Der erste Bericht der Bank Deutscher Länder über den Geldumlauf – abgestellt auf den 3. Juli – zeigt glücklicherweise die vorsichtige Hand der Wirtschaft bei ihren ersten Dispositionen in neuem Geld. Neben dem Kopfgeld von 1,9 Mrd. DM ergab sich ein Saldo der Barauszahlungen von 0,7 Mrd. DM, entstanden aus rund 1 Mrd. DM Bargeldauszahlungen, wesentlich aus Geschäftsbeträgen, und einem Rückfluß von 0,3 Mrd. DM. An Bankguthaben waren 2,5 Mrd. DM als Zuwendungen an die öffentliche Hand, 0,8 Mrd. DM für die Militärregierungen und 0,5 Mrd. DM für Geschäftsbeträge entstanden. Von der Gesamtsumme von 3,8 Mrd. DM ist der Saldo der Barauszahlungen abzusetzen, so daß insgesamt am 3. Juli mit ab-Mrd. DM Bargeld und 34 Mrd DM Bankguthaben der Start in die neue Währung vollzogen war. Hinzu kommen die „Freikonten“ aus der ersten Quote von 5 v. H. bei der Umstellung der angemeldeten Reichsmarkguthaben und Bargeldbestände, die mit 5 Mrd. DM veranschlagt werden. Die Inanspruchnahme der „Freikonten“ ist jedoch hauptsächlich bargeldlos und bei weitem nicht in dem Umfange erfolgt, wie man dies erwartet hatte. Man rechnet daher auch heute noch mit einem Notenumlauf von rund 3 Mrd. DM. Die Kreditbeanspruchung der Landeszentralbanken scheint bisher hinter 0,5 Mrd. DM zurückzubleiben, während man teilweise für die erste Phase der Umstellung mit Kreditansprüchen bis zu 2 Mrd. DM gerechnet hatte.

Die Umlaufsgeschwindigkeit des neuen Geldes, so läßt sich aus diesen Angaben schätzen, ist eine sehr hohe. Die Finanzierung der Wirtschaft vollzieht sich also, wie dies von den „Vätern“ der Geldreform durchaus angestrebt wurde, in großem Umfange durch die Warenenthortung. Die Auflösung der Lagerbestände dürfte auch noch einige Zeit anhalten, so daß noch eine Frist von einigen Wochen verbleibt, um die Bereitstellung Von mittel- und langfristigen Krediten, insbesondere über die Aufbaubank, in Gang zu bringen. Mit diesen „Investitionskrediten“ wird den zuständigen Stellen das Instrument in die Hand gegeben sein, die bisherige, vollauf beabsichtigte, Bevorzugung der Verbrauchsgüterwirtschaft in eine normale Relation zu den Produktionsgüterindustrien zu überführen. Gw.