In den Nürnberger Prozessen gegen das Auswärtige Amt und das OKW sind von der Verteidigung verschiedentlich Zeugen vorgestellt worden, die aktive Mitglieder der deutschen Widerstandsbewegung gegen Hitler waren, darunter die drei Offiziere, die ebenso wie der am 20. Juli 1944 erschossene Oberst Graf Claus Schenck von Stauffenberg den Versuch eines Attentats gemacht haben; es waren dies Freiherr Rudolf Christof von Gersdorff, Fabian von Schlabrendorff. und Axel von dem Bussche. Ihre Aussagen enthalten eine Reihe bisher kaum bekannter Einzelheiten über die mißglückten Versuche, durch Beseitigung Hitlers den Krieg abzukürzen und bessere Friedensbedingungen zu erhalten. Nachstehende Auszüge sind den Nürnberger Verhandlungsprotokollen entnommen.

HGST

Aus dem Prozeß gegen das OKW

Vernehmung des Generals Freiherrn Rudolf Christof von Gersdorff, zuletzt Chef des Stabes der VII. Armee, durch den Verteidiger des Generals Warlimont, Rechtsanwalt Dr. Leverkühn, am 16. April 1948.

Leverkühn: Das Gericht hat Sie gefragt nach Ihrem Vorgesetzten, Oberst von Tresckow, und dem Anschlag auf das Leben Hitlers, der unter seiner Führung unternommen wurde. Waren Sie daran beteiligt?

Gersdorff: Ja.

Leverkühn: Inwiefern?