Der Pressedienst des Einzelhandels veröffentlicht die recht interessanten Ergebnisse einer Käuferbefragung. In der ersten Woche war danach von der Kopfquote im großen Durchschnitt noch nicht einmal ein Viertel ausgegeben: nämlich in den Arbeiter-Haushalten etwa 20 v. H., von Unternehmern, Angestellten und freiberuflich Tätigen zwischen 30 und 33 v. H., dagegen im Landarbeiter-Haushalt knapp 10 v. H., im bäuerlichen Haushalt gar nur 6 v. H.

Lebensmittel kaufen – schnell kaufen

Diese Zahlen, mögen sie auch im ganzen verhältnismäßig niedrig erscheinen, gebe! offenbar ein gutes Bild der Staffelung. Sie werden treffend ergänzt durch die Ermittlungen, wonach die ausgegebenen Mittel fast zu zwei Dritteln zum Krämer geflossen sind: für den Lebensmitteleinkauf also, Brot, und sonstige Backwaren natürlich eingeschlossen (wie auch die geringen Ausgaben beim Metzger und Gastwirt). Am restlichen Drittel sind Haushaltswaren, Fahrräder und Rundfunkgeräte, Textilien, Schuhe und – Tabak stark beteiligt; andere Einkäufe spielen praktisch kaum eine Rolle,

Die Befragung hat ergeben, daß viele Käufer unter dem Eindruck standen, es müsse „schnell gehandelt“ werden: Die vorhandenen Bestände seien zu gering, um die Nachfrage dauernd zu decken, also würden sich die Preise künftig, und vielleicht schon recht bald, erhöhen. Diese Art Käuferpsychologie ist verständlich, aber doch insofern falsch, als sie das Angebot gewissermaßen nur statisch sieht, also von der Annahmeausgeht, daß jetzt lediglich gehortete Bestände angeboten werden, ohne hinlänglich zu berücksichtigen, daß ja aus laufender Erzeugung dauernd neue Waren hinzutreten. Ebenso wird übersehen, daß ja die Nachfrage aus dem laufenden Einkommen begrenzt ist und bleibt, daß sie der Erzeugung etwa entspricht, und daß, bei weitgehender Preis- und Bewirtschaftungsfreiheit, wie wir sie jetzt haben, weder ein Kaufkraftüberhang entstehen noch die befürchtete Tendenz zu Preissteigerungen sich durchsetzen kann. Das Gesagte gilt freilich nur insoweit und solange, als das Geld allgemein knapp gehalten wird, so daß weder Übernachfrage vom Konsumenten her noch eine neue Warenhortung durch Erzeuger und Handel möglich ist.

Und die größeren Anschaffungen?

Und noch eine weitere Voraussetzung ist zu machen: Der Käufer darf das „Geschenk“ der Kopfquote und sonstige Freigaben sowie sein laufendes Einkommen nicht nur zum Kauf von zusätzlichen Lebensmitteln und von allerlei Kleinkram verwenden, sondern muß nun auch daran denken, daß gewisse größere Anschaffungen für Haus und Familie nicht minder dringlich sind. Dafür also muß Geld „zurückgelegt“ werden – was am besten so geschieht, daß es „zur Kasse“ gebracht wird; mag das nun die Genossenschaftsbank sein oder die Sparkasse, die Bankfiliale oder die ländliche. Spar- und Darlehnskasse.

Wir gebrauchen mit Vorbedacht hier das Wort „Geld zurücklegen“, und sprechen nicht von „sparen“. Das Sparen, in dem Sinne, wie es unsere Eltern und Großeltern taten mit der Zweckbestimmung der Altersfürsorge oder der Ausstattung der Kinder, ist ja heute im Zuge einer Entwicklung, die nicht weiter dargestellt zu werden braucht, da sie uns allen durchaus geläufig ist, gegenüber den verschiedensten Formen der Versicherung und des Zwecksparens erheblich ins Hintertreffen geraten. Kein; noch so wohlmeinende Propaganda zur Förderung des „Spargedankens“ wird daran etwas zu ändern vermögen; der Trend läuft vielmehr ganz offensichtlich dahin, daß immer weniger „abstrakt“ gespart wird, und immer mehr „konkret“: für bestimmte Zwecke, und das künftig wohl auch mehr und mehr in der „wertbeständigen Form“ der Beteiligung.