Die arbeitsteilige westeuropäische Wirtschaft hat einen kleinen Erfolg zu verzeichnen. Die so unwirtschaftliche Praxis, den Kohlenexport rein quantitativ zu behandeln, ist – wenn auch in vorerst kleinem Umfange – durchbrochen worden. Dies ist nämlich der Sinn der wieder beginnenden englischen Kohlenlieferungen nach Hamburg, die dem Laien zunächst angesichts der beträchtlichen deutschen Kohlenexporte widersinnig erscheinen könnten. Für die 130 000 t, die England gegen Sterling im dritten Vierteljahr nach Hamburg liefern wird, ist die Ausfuhr von 105 000 t hochwertiger, für metallurgische Zwecke geeigneter Ruhrkohle vorgesehen, die im Rahmen des Marshall-Plans gegen Dollar exportiert wird. Bisher wurde diese hochwertige Kohle unnötigerweise für den normalen Industriebedarf verwendet. Der Gewinn für die deutsche Wirtschaft ist ein vierfacher: Einmal kommt der gleiche Gegenwert für die in Sterling bezahlte englische Kohle in Dollar herein. Zweitens kann man die „eingesparten“ 25 000 t Kohle zusätzlich der deutschen Exportwirtschaft zur Verfügung stellen, weil die Spezialkohle nicht mehr „in Dampf aufzugehen braucht, sondern noch zusätzliche „Leistungen“ in der europäischen Schwerindustrie verrichten kann. Drittens wird der frachtenmäßig günstigere Wasserweg für die Versorgung des Hamburger Gebietes wieder erschlossen, wo bisher die ohnehin so stark beanspruchte Reichsbahn die Kohle per Schiene anfahren mußte. Schließlich kann die deutsche Küstenschiffahrt an diesen Kohleneinfuhren beteiligt und dadurch besser ausgenutzt werden.

Ganz allgemein gesehen ist es ein Erfolg, daß der deutsch-englische Handel. damit beginnt, ein traditionelles und wirtschaftlich stets als vernünftig betrachtetes Geschäft wieder aufzunehmen. Also ein Durchbruch zur Vernunft, den man gerade jetzt gebührend anerkennen „eilte, wo für das gesamte Gebiet des Außenhandels zur Debatte steht, wie man ihn nach der Geldreform von bürokratischen und anderen unwirtschaftlichen Hindernissen befreien kann.

eg.