an soll sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, nicht durch das Geschrei mancher Produzenten über die bereits beginnende "Deflation", nicht durch die Klagen über Preiserhöhungen, die angeblich bereits eine neue "Inflation" bedeuten sollen.

Die Kritiker der Umstellung — und auch die zahlreichen; Opfer — täten besser daran, bei Ihrem Urteil von den persönlichen Wünschen und Nöten Abstand zu gewinnenund sich an nüchternen Fakten zu orientieren. Ein charakteristisches Faktum sind bekanntlich die—Wagen gestellungen der Reichsbahn: Sie- betrugen im Juli 1947 31 000 täglich, im Januar 1948 32800. Ia der zweiten Juliwoche 1948 beliefen sie sich aal 38 200, In der dritten Juliwoche auf 40 500. Ein anderes Beispiel: Die Kohlenförderung, die vor einem Jahre bei rund 225 000 t täglich lag, bewegt sich heuteum 285 000 t. Sie hält sich auf dieser Höhe, obwohl die besondere Anspomaktion vom Juni- längst ausgelaufen ist. Dieser Stand kann als die Ausgangsbasis für die Produktion nach der Geldreform betrachtet werden. bestimmt keine tendenziös gewählten Beispiele, Das bestätigen äberdnstitamend Unternehmer aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen, die geradezu ein Loblied der~ Arbeiter singen. Und das zu Recht. So sehr beim einzelnen Arbeiter die Sorge vor der ÄrbeitsJdstgkeit mltsprechea mag: in erster Linie handelt es sich um ein Ver, teauensvotum für unseren Start zum normalen Leben. Die Älteren unter HOS weiden nodi lange zahlreiche Mängel dieses "Normallefaens 0 Im Vergleich zu früher nachweisen können. Doch darum gehc es nicht. Es gebt van den neuen Begi an, der gemacht wurde Wenn dieser Start mit einer um 20 bis 30 v. H gestiegenen Arbeits kistung In den Betrieben "begonnen- hat, so ist diesein erfreulicher Beweis für unsere Lebenskraft. Es ist zugleich aber eine; Verpflichtung für alle Unternehmer, diese gestiegene Leistung im ihren Kalkulationen zu berücksichtigen und sich aicht bei der Verteuerung der. Kohle, des Stroms and der Rohstoffe auf die "Abwälzung 0 zu legen , Eine Reihe von Preisesr sind zum Teil beträchtlich , gestiegen. Soweit es sich um willkürliche Preiserhöhungen handelt, ist dies, zu verdammen, ebenso wie die an einigen Punkten der Wirtschaft, bereits wieder zu beobachtende Tendenz der Warenhortung, Aber übermäßigen Umfang dürften weder die willkürlichen Preiserhöhungen aocb die Hortungen annehmen. Dazu sollte nicht nur die erhalten gebliebene Preisüberwachung, sondern auch der gute Vorsehlag beitragen, laufend Richtpreise rar die wwhtigsteo Produkte braucher "sorgen, der es ia der Hand hat, durch Zurückhaltung und ruhig einmal durch offenen Streik" wie auf~da J5Kocbenflaarkt in Münster fcbertriebene Preisforderungen unmöglich za . Aachen. Wenn die Hausfrau ihre Vernunft nicht nur bei verderblichen Gütern, sondern auch bei Textilien walten ließe (obwohl es zugegebenermaßen sehr viel schwieriger ist, in diesem Sommer noch ohne neues Kleid zu bleiben) werden sich die Auswüchse rasch von selbst erledigen. Es ist wirklich kein rosenroter Optimismus, wenn Prof. Erbard in nicht aiföu ferner Zeit einen Umschwung in der Preistendenz er wartet Allendinga, die Preise von 1935? wird man nicht so bafd auf allen Gebieten wieder erreichen können. Die Zerstörung und Oberalterung von Anlagen, gestiegene Rohstoffpreise und andere Kosten lassen uns viel weniger produzieren als vor zehn Jahren. Wir müssen uns damit abfinden, daß unsere durch den Krieg heraufbeschworene Armut sich auch in einer geringeren Kaufkraft unserer Einkommen auswirkt. Wenn wir unsere dringlichsten Bedürfnisse befriedigt haben die sich von den heutigen Preisen nicht "abschrecken" lassen, dann ;wüd der "Kösejh preis sich auch fürdie wüfctrgsteB Artikel, durchsetzen. Die &. T erheblichen Preisabschläge für nicht so dringend gebrauchte Artikel, wie elek trische Geräte- oder Sollnger~5ch0eid?waren zeigen den vorhandenen "Raum" für Preissenkungen. Nur wäre es grunclverkehrty jetzt kleinmütig zu "erden und eine Umkehr "zu fordern, nur "weil, sich Auswüchse ;, zeigen, und die- Umstellung auf " die neoe- Verantwortung von Erzeuger 1braucher Schwierigkeiten und Zeitverluste mit sich bringt Nach- eines %aben die ersten sechs Wochen be tätigt, was die Anhänger einer "radikalen" Geldreform voraussagten Die Geldausstattung des einzelnen aus der "Vergangenheit" kann nicht vorsichtig genug gehandhabt werden. Eintf baldige genereile Freigabe der zweiten 5 v. H , darüber scheint schon fast Einmütigkeit zu bestehen, würde das Übergewicht des Verbrauchs auf Kosten der Produktion von langfristig verwendbaren Gütern gefährlich verschärfen. Warum Über ein "Zwangssparen" lamentieren un d dafegen polemisieren? Viel besser, man hält sieh aa ausstattung der, Verbraucher die Höchstgrenze dessen erreicht hat was die- Lagerbestände und die aufende Produktion in- Leistungen omsisetzen vermögen, Deshalb verdient jeder Plan, die zweite Quote ganz oder besser, nur teilweise — etwa 2 v. H von den insgesamt fünfert für die Produktionsfinanzierung und nicht für den Verbrauch freizugeben, sehr etnstiiafte Prüfung. Selbst eine Tenninversdiiebung für die Aaszahlung der restlichen 20 DM um einigt Monate, bis zur Auffüllung der Läger durch Yerfcrauchsgütef aas neuer Produktion, wäre za empfehlen. Warum nicht damit warten, bis ""einnachten wirklich gekommen ist, nachdem viele Kopfquoteaempfänger durch die tragewohnte Wajenlockerung vorzeitig in eine Yotsrahna chtsstimmung versetzt wurden? Selbstverständlich muß allen denen sehael geBölfen werden, die arbeitsunfähig sind und sehnliehst auf die 20 DM für den LebensonterhatC g0 die Mete warten. Doch dieses brennende v j5? t em $ " Bisher weder der einzelne, giü&KAe Loha r, und Gehaltsempfänger noch der Staat ernstlich befaßt haben, ist ein soziales Problem, nicht eines der. Geldtheorie Das erfrea!!?i 8 ro e Y emaö€a k B ne e Mark wäre schlecht belohnt, wenn man es durch verfrühte Vorschüsse auf den zerflossenen Reichsmark- Reichtum belasten und erschüttern würde!