Generalissimus Stalin empfing die Vertreter Großbritanniens, der USA und Frankreichs. Großbritannien war durch den Privatsekretär Außenminister Bevins, Roberts, vertreten. Für die USA sprach der amerikanische Botschafter in Moskau, Bedell Smith, und für Frankreich Botschafter Chataigneau vor.

Außenminister Bevin erklärte im Unterhaus die Berliner Krise könnte möglicherweise "Gewaltsanwendung zur Folge haben". Die Regierung sei entschlossen, alle Maßnahmen zu treffen, die notwendig seien. Sie erwäge ferner, ob sie die 20 000 Mann; die gegenwärtig monatlich aus den Streitkräften entlassen werden, im Dienst behalten müsse. Die jetzt unternommenen diplomatischen Schritte hätten den Zweck, festzustellen, ob Aussichten bestehen, dieHindernisse für Verhandlungen über eine endgültige Regelung aus dem Wege zu räumen;

Die sowjetische Presse vertrat den Standpunkt, daß die festgefahrene Situation in Berlin nicht Schuld der Sowjetregierung sei. Moskauer Beobachter sind jedoch der Überzeugung, daß die Sowjetunion einen Schritt des Westens begrüßen würde, der die Einberufung des Außenministerrates zur Behandlung des deutschen Gesamtproblems ermöglichen könnte. Reuter zufolge besteht jedoch der Eindruck, daß die Sowjetunion die Einladung zu einer Konferenz nicht von Bedingungen abhängig machen lassen werde.

Der amerikanische Militärgouverneur für Deutschland, General Clay, erklärte, es sei durchaus keine Änderung in den Plänen beabsichtigt, – mit der Bildung einer verantwortlichen Selbstverwaltung in Westdeutschland fortzufahren.

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Der stellvertretende sowjetische Außenminister Wyschinski stellte auf der Donaukonferenz in Belgrad die Westmächte vor die Alternative, entweder die Mehrheitsbeschlüsse der Konferenz über die Regelung der Donauschiffahrt anzuerkennen, oder die Konferenz zu verlassen.

Die britischen Schiffseigner, deren Schiffe die sowjetischen Eismeerhäfen anzulaufen pflegten, haben beschlossen, den Schiffsverkehr in das Weiße Meer mit Rücksicht auf die internationale Lage einzustellen.