Tödliche Engpässe

Frage: Erfolgt der Abbau in der Eisen- und Stahlindustrie proportional oder werden durch die Demontage in einzelnen Bereichen besondere Engpässe entstehen??

Antwort: Besonders betroffen wird die gesamte Rohrindustrie, die etwa 46 v. H. ihrer Kapazität abgeben soll. Geschweißte Gußrohre werden nach der Demontage überhaupt nicht mehr hergestellt werden können. Die Drahtindustrie, die bei 8 Mill. t Walzwerkerzeugnissen laut Industrieplan 10 v. H. also 800 000 t Kapazität haben müßte, wird nach der Demontage nur 530 000 t herstellen können. – –

Die Elektrostahlproduktion wird durch die Demontage von 94 hochqualifizierten Stahl- und Stahlverarbeitungswerken (ohne die auf Friedensproduktion umstellbaren Rüstungsbetriebe) auf 265 000 t beschränkt, trotzdem der Bedarf 425 000 t Elektrostahl beträgt. Man muß sich einmal vor Augen halten, daß der technische. Fortschritt in allen Ländern zu einem erhöhten Anteil von Elektrostahl und Edelstahl an der gesamten Erzeugung geführt hat, um zu ermessen, was es bedeütet, daß gerade diese Produktion in Deutschland lahmgelegt wird.

Frage: Wirkt sich diese geringe Edelstahlkapazität nicht auch für den Export sehr nachteilig. aus?

Antwort: Zweifellos, denn neben der Werkzeugmaschinen-Industrie bestritt gerade die Leichtindustrie: Uhren, Präzisionsmaschinen und optische Geräte einen wesentlichen Teil des Exports. Diese beiden Industriezweige, die ihr Schwergewicht in der russischen und französischen Zone haben, sind durch die willkürlichen und unkontrollierten Maschinenentnahmen ohnehin schon -arg geschädigt.

Frage: Gilt denn der revidierte Industrieplan nicht für alle drei westlichen Zonen?