Die Schuhgeschäfte hatten nach der Währungsreform den stärksten Andrang des Publikums auszuhalten. Die sonst verschwundenen "Schlangen" tauchten hier wieder auf. Der durch Bezugsscheine und Punkte entstandene Bedarf kann nur z. T. befriedigt werden. Bei der augenblicklichen Rohstofflage und der Kapazität der Schuhindustrie, die 40 v. H. der Friedensproduktion beträgt, ist nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer in Essen die Deckung von 8 Punkten jährlich nicht garantiert. Die jährliche Produktion der Doppelzone ist mit ungefähr 25–30 Millionen Paar Schuh (Leder- und Hilfsschuhe) zu veranschlagen.

Die aufgerufenen 2 Schuhpunkte verlangen 16 1/2 Millionen Paar Leder- und Hilfsschule. Damit wäre die Hälfte der derzeitigen Jahresproduktion schon überschritten, die zahlreichen nicht eingelösten alten Bezugsscheine ungerechnet. Manche Schuhgeschäfte sind völlig ausverkauft. Durch die im Juni vielfach eingelegten Betriebsferien ist die Industrie mit der Erzeugung in Rückstand gekommen. Die erhöhten Häute- und Lederpreise scheinen manchen Fabrikanten auch zu einer gewissen Zurückhaltung zu veranlassen. Die Schuhpreise haben sich uns 20 bis 25 v. H. erhöht. Wenn die bedeutendste Schuhindustrie Deutschlands, die Industrie in der Pfalz, wieder die Doppelzone beliefern würde, könnte mit einer Besserung der Versorgung gerechnet werden. J. Sch.