vom 5. August bis 11. August 1948

Die Abgesandten der Westmächte führten in Moskau wiederholt Verhandlungen mit Außenminister Molotow. Ein offizielles Kommuniqué über den Stand der Besprechungen wurde mcht veröffentlicht. Reuter berichtete jedoch, daß Marschall Stalin den westlichen Diplomaten konkrete Fragen über die Währungsreform, die Bildung einer westdeutschen Regierung und die Kontrolle des Ruhrgebietes gestellt habe.

Die Londoner "Times" befaßte sich mit den Erfolgsaussichten neuer Viererbesprechungen. Das Blatt stellte fest, daß sie ergebnislos .bleiben würden, wenn die Russen nicht vorher gewisse Garantien gäben. Offenbar wollten sie jetzt die Autorität der Westmächte in Berlin solange unterhöhlen, bis die gegenwärtigen Pläne der Westmächte für Westdeutschland fallengelassen würden.

Der Berliner "Telegraf" meldete, daß von russischen Pionieren in den Wäldern entlang der Zonengrenze Gräben und Geschützstellungen ausgehoben würden. Auch Panzer und Stalinorgeln sollen dem töricht zufolge in Stellung gebracht werden.

In England landeten neue Kontingente amerikanischer Düsenjäger und Superfestungen, die Torübergehend in Europa stationiert werden. Der Stabschef der amerikanischen Luftstreitkräfte, General Vandenberg, ist h. Europa eingetroffen.

In Mitteldeutschland sollen einem dpd-Bericht zufolge auf Anordnung der sowjetischen Militärverwaltung die wichtigsten Strasenbrücken verwirkt werden. Als Mindestgrenze. ist die Tragfähigkeit von 62 t festgesetzt worden.

Nach langen Debatten wurden auf der Donaukonferenz Beschlüsse gefaßt, bei denen die Westmächte überstimmt wurden. Der sowjetische Entwurf für eine Donaukonvention wurde als Grundlage für die weiteren Beratungen angenommen. Dagegen wurden die britischen Anträge, den Internationalen Gerichtshof in Den Haag über die Gültigkeit der Donaukonvention von 1921 enticheiden zu lassen, abgelehnt.