Seine kleine, beweglicheGestalt mit den fast iffdianerhaft sdbarfigeschnittenen Zügen, dem Spitibart und dem dicbten, kaum ergrauten reherrials röten Bart verschwindet zugleich mit den wenigen, die ihn noch gekannt haben, langsam in den Hintergrund der Zeiten; und während die persönliche, ja mondäne Seite seines Daseins zu einer nur noth überlieferten Legende wird, steigt die ändere, die des Malers, ans Licht U nd strahlt einen sanften, viele bezaubernden Glanz aus. Damals, als er noch:, lebtej warmer in seinen Kreisen beliebt gefürchtet uad geschätzt als amüsänt tuad ?beshaft, als Causeur und als Kenner msfeesondeie der hoiländiscbenuiund französischen , Malefei des !9. Jahrhunderts. In den Wohnungen dieser Kreise hingen auch seine großenteils auf Bestellung gemalten; im Atelier entstandenen Tkratücke und Landschaften. Ausgestellt hat er sie kaum jemals.

Diese Bilder w aren mit honeöi jKLunstverstand arrangiert" <voä ;3CotopOiÄtion" sprach er nicht: das Jiatten die Gornelius und Genossen getan, seiner Meinung nach das TParadigma des Verschollenen und Überwundenen), dennoch trugen seine- Werke trotz lebendiger Schönheiten imeinzelnen, häufig den Stempel, einer Anpassung an den Geschmack der. Besteller. Er wollte das nicht- und quälte sieb redlich damit; and er sah sie, ; :seine Bilder ?; mnjer mafi als vorläufige- Abschlagszab lttngett an, um die Gläubiger zu befriedigen und Zeit zu gewinnen, damit er das Eigentliche, was ihn frei und ganz enthalten sollt?, vollenden —: oder beginnen könnte. Bis der Tod kam und ihm den Pinsel aus der Haad nahm, Jen Pinsel und das gdbogene Schusterme&ser, mit dem er das miftglückte, da ihn nie befriedigende Meisterwerk wieder herunterzukratzenflegtekfEest fcalt er>an dem im Grunde verehrungswürdigea Vorurteilman dürfe spontan vor der Natur entstandene Arbeiten, die lediglich als "Bausteine", nicht als "Werke" gewertet wer4w kööaenjjijycht örffeotlich! zeige. Dadunch hat er de Selteii ! seines WerkäSjin denen das Stärkste unH Feimte leinr Begabung steckte, seine. Art von Genialität, nie der Öffentlichkeit luntebreitet. Und so konnte s geschehe!, da| man, nach seinem Tode plötzlich einen neuen Thomas Herbst entjdeckte. Da ikamen — beschä4it H nußfoiadeltj ; : yerscbmutzt durch die Jahr zetete ~ die StuHieii aiis Licht, und sie zeigten Malerei von einer tonlidien und koloristischen Schönheit, von einer europäischen Kultur, einearrtReiz, der Proportionen und Silhouetten, eiae Freiheit der Pinsieisdmft ohne jedes Virtuosentam und ohne akademische Verfesttgarig, welche nun plötzlich die alten Geschichten glaubhaft machten, daß weiland in Weimar nicht Liebermann, sondern sein. Studiettgenosse Thomas Herbst bei den Kameraden als der Ma! der ZukaMt sgegoiseiKiWjei ockr" fcne andere, nach der seh Leib ! <lie Skizze eines schwarz weißen Kalbes des Hamburgers, ausgebeten und im Deckel seines Malkastens befestigt habe. Ein neuer Kreis von Liebhabern aus ganz anderen , Sbickttei>i: a!- Benen seinereinstigen Besteller sammelte 3iese von ihmVerworfenen Bausteine. Sie wurden die Ecksteine einer wirkliehen. Vererjrung und eiaes bescheideneren, wenngleich auch wiederum nur auf Hamburg beschränkten Nachruhms, Bei Gelegenheit, einer Säkularaussteüjing von Werken Max Liebesmanns im vorigen Jahre entdeckte der Kenner HeAstscher Malerei in den Friih wer ken Liebermanns, den koloristisch feinsten, viele Anklänge an den Hamburger Meister. Ein Vergleich der beiden wird freilich schon bei seinem Ansatzpunk außerordentlich erschwert: denn Liebermanns Werk ist repräsentative deutsche Öffentlichkeit, das von. Thomas Herbst privateste hamburgisdie Verborgenheit. In den Anfängen stehen, sich beide recht nahe, und man kann wohl sagen — soweit ~sich so etwas überhaupt aus dem Ganzen herauslösen läSt —, daß sie an Talent schlechthin, an rein malerischer Sensibilität zum mindesten gleich begabt sind; vielleicht war und blieb dies Seite des Künstlertums — denn es ist nur eine Seite — immer etwas blühender und natürlicher bei Thoma 3 . Herbst. Auch die künstlerische Intelligenz war bei beiden gleich stark entwickelt. Aber: Herbst war skeptisch gegenüber seinen Möglichkeiten, und das machte ihn zaghaft vor dem Wagnis. Liebermann dagegen war unruhig und sehr ehrgeizig. Er versuchte immer wieder, sich herauszurecken aus seinen eigenen Grenzen; er übertrieb sich selbst "gewissermaßen, strebte zum großen Format, ohne daran zu deriken, wo es etw a fehien könnte; allenfalls rechnete er mit der Weltöffentlichkeit der Pariser Ausstellung, währepd Thomas Herbst die bürgerlichen Inneriräume rings um die Alster vorschweben mochten. Liebermann veränderte und erweiterte sein Stoffgebiet fortgesetzt, während Hedbst das seine von vornherein festgelegt hatte und darin verharrte, obwohl ihm eine malerischen Mittel sehr wohl erlaubt, hätteri, acwa das graßfigurige BM meisterlich zu lösen. Für die maßvolle and noble Gesapdtaltung seines Werks war ihm die hamburgische großbürgerliche Tradition sicher eine "Stütze. Aber sie wurde, wie schon angedeutet, auch eine Hemmung, dennobgleich der Einzelerscheinung gegenüber ein wacher Ironiker, bejahte er sie im ganzen so stark, daß er gewisse Gesetze des wohlanständigen Geschmacks als auch für das Kunstwerk bindend ansah — unbewußt. Nicht nach äußeren Ehren und Erfolg z streben ist schön und weise, nd wir wollen diese Haltung unseres Meisters in nichts verkleinern. Und doch müssen wir, bei de Gegenüberstellung mit Liebermann, nachdenklich anmerken, daß ihm dadurch ein Stachel im Fleisch fehlte, ein Stimulans, das seine Natur zur vollen Entfaltung ihrer Gaben vielleicht nötig gehabt hätte. Wenn ( die beiden Swdjenkameraden das ihnen dunkel Vorschwebende in Worte gefaßt hätten, so könnte es bei Liebermarm etwa lautem fch will mit meinen Bildern ein neues Kapitel der Male , rei einleite — und bei Herbst: ich möchte die Reihe verehrter Meister würdig und selbständig fortsetzen! Insgesamt darf man wohl sagen: das Element der Größe, das man Liebermanns Kunst nicht absprechen kann, fehlt bei Thomas- Herbst. Während aber Liebermann oft kalt und allzu hastig ist, wirJ da? Werk TOB Herbst auf zarte und immateriell Weise von eiaeiii Geheimnis überglänzt, das wir — ohne Rücksicht darauf, daß der MenstJi Thomas Herbst sich als illusionsloser Spötter geben konnte — nur als Liebe bezeichnen können, als ein Stück lebenslanger menschlicher Liebe, Liebe zur Natur und Kreatur hd zu seinem zauberhaften Metier, der Malerei. Es bedarf der entgegenkommenden Liebe, ihren Herz , schlag unter der Oberfläche zu spüren. Ich hatte ein kleines altes Bild des Meisters and habe es im Kriege verloren —: von hellen, wnbefaubteu Stämmen gesäumt ein sdilammigschwarzbraaner Weg, dessen Feuchtigkeit an einer Stelle, ganz wenig, dunkelblau vom Widerschein des Himmels war. Das, Türkis dieses Himmels nun gelangt zu einem Klingen, zti einenj wunderbaren Klang, mit einem Stüdohen iaehsrasa Hauswaad, das unter bemoostem Stroh- Hach sichtbar wurde. Voll schmerzlicher Sehnsucht denke ich an dieses kleine geliebte Bild wie an einen ersten Ruf "der Schwarzdrossel im Frühlingnach dem Regen .

Litts gegen cjen- Existentsalkmus war noch dies Thomas von Aquin (und ungefähr alle katho- , dar in Mainz diskoti ert warde und die eine Ge- 1