Vous conduisez trèrs bien", sagte der Mann, den Grewe unterwegs auf der französischen Landstraße aufgenommen hatte. Dieses Komppliment "Sie fahren sehr gut" war übrigens verdient. "Fahren wir mit hundert?" fragte er dann, indem er auf die Kilometeruhr deutete. "Einwenig über achtzig", antwortete Grewe. Aber kurz vor dem Dorf, als er stoppte, bemerkte er, daß der Motor pfiff, doch hielt die Maschine noch durch, bis sie im Dorf waren.

Der andere wäre gern weiter mitgefahren. Enttäuscht, aber höfflich verabschiedete er sich. "Ich hoffe," daß Sie bald die Möglichkeit haben werden, nach Deutschland zurückzukehren", sagte er. Der deutsche Kriegsgefangene hörte die Worte, "und ich dankte Ihnen sehr!". Leicht hob er die Schultern: "Keine Ursache." Dann suchte er einen Automechaniker. Man wies ihn zu einem Haus in der Nähe der Schmiede.

Als er eintrat, erschrak er. Er meinte den kleinen Franzosen nut den angegrauten Haar zu kennen. Woher nur? Hatte er jemals einem Franzosen so nahe gegenübergestanden in jenem verfluchten Krieg? Und plötzlich wußte er, wer der andere war –

"Bon jour, Marcel", sagte er. Der Mechaniker hob den Kopf, schien nicht verwundert über die Anrede, stutzte dann und ging mit einem Blick, der in Erinnerungen zu suchen schien, dem Kriegsgefangenen entgegen. Der stand, seltsam befangen, im Eingang.

"Vous étes, c’est vrai? – vous etes – mon dieu!", rief der Franzose.

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