Die unter diesem Titel bekannt gewordenen Reden und Vorträge von Werner Heisenberg, dem führenden deutschen Atomtheoretiker, sind soeben in einer erweiterten 7. Auflage erschienen (S. Hirzel Verlag, Leipzig, Stuttgart, Zürich). Sie hat zunächst die schon in den letzten Ausgaben enthaltenen sechs Betrachtungen über die folgenden Themen aufgenommen: 1. Wandlungen der Grundlagen der exakten Wissenschaften in jüngster Zeit; 2. Zur Geschichte der physikalischen Naturerklärung; 3. Prinzipielle Fragen der modernen Physik; 4. Gedanken der antiken Naturphilosophie in der modernen Physik; 5. Die Goethesche und die Newtons die Farbenlehre im Lichte der modernen Physik; 6. Die Einheit des naturwissenschaftlichen Weltbildes. Jede dieser sechs Betrachtungen ist in einem unübertrefflichen Sinne erhellend, wenn man sich gründlich in sie vertieft. Dies muß man sich abfordern. Man muß diese Stücke so lange studieren, bis man sich mit den wesentlichen Gedanken so vertraut gemacht hat, daß man sie selbst formulieren kann, ohne einen groben Fehler zu machen. Dann wird man wissen, was man diesem Büchlein schuldig geworden ist. Dann und nur dann. Es gibt Leser, die mehr verlangen. Sie wollen mitreden können. Sie – werden klüger geworden sein, wenn sie auf diesen Ehrgeiz verzichten. Hierzu kann ihnen ein gründliches Studium dieses Büchleins verhelfen. Neu hinzugekommen ist als letztes Stück die schöne Göttinger Rede von 1946 über die Wissenschaft als Mittel zur Verständigung unter, den Völkern. Das Hauptthema Heisenbergs ist der Übergang von der klassischen zur modernen Physik oder, was dasselbe besagt, der Übergang von der Makrophysik zur Mikrophysik der Atomhüllen. Dieser Übergang ist in jedem -Falle einer der denkwürdigsten und folgenreichsten Schritte der abendländischen, Wissenschafts- und Geistes-, geschichte. Heisenberg beleuchtet ihn, unter Zurückstellung der weltanschaulichen Konsequenzen, auf eine meisterliche Art im wissenschaftstheoretischen und im geistesgeschichtlichen Sinne,

Neben diesem in seiner Art klassischen Büchlein existiert der eben so anerkannte Bericht von Pascual Jordan über die Physik des 20. Jahrhunderts. (Friedr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig.) Er ist gleichfalls vor kurzem in der 7. Auflage erschienen, mit einem Schlußkapitel über die weltanschaulichen Konsequenzen der neuen Physik. Das Tiefste, was im philosophischen Sinne zu dieser Physik bis jetzt gesagt, worden ist, hat Carl Friedrich von Weizsäcker in seinem Buch "Zum Weltbild der Physik" ~~ Hirzel Verlag, 3. Auflage) gesagt. In den pro-~~~ Betrachtungen dieses Forschers ist das ~~~probieren auf eine Stufe gehoben, auf der ~~~~ für sich zurückgewinnen kann, der an ~~~ Wirrwarr der Existenzphilosophie oder an ~~~~verläufigkeit gescheitert ist.

Heinrich Scholz