In Moskau führten die diplomatischen Vertreter der Westmächte erneut Besprechungenmit Außenminister Molotow. Zu den Verhandlungen schrieb die Zeitung der sowjetischen Armee "Roter Stern", daß die Formulierung von Vorschlägen für einen Friedensvertrag mit Deutschland und die Bildung einer deutschen Zentralregierung zur Wiederherstellung der politischen und wirtschaftlichen Einheit Deutschlands unbedingt notwendig sei. Die amerikanische und britische Presse sowie maßgebende Politiker der Westmächte betonten ihrerseits, daß eine Einigung keinesfalls unter Druck der Sowjetunion erzwungen werden dürfe.

Kriegsminister Shinwell sagte in einer Rede: "Die britische Regierung hat die Absicht, im Laufe der nächsten acht Monate 100 000 Mann für die Territorialarmee auszuheben, deren Gesamtstärke dann 150 000 Mann betragen wird."

Amerikanische Presseberichte, daß die USA ihr Angebot militärischer Unterstützung für die Westunion von der Beteiligung weiterer Staaten an dem Bündnis abhängig machen, wurden in Washington als unwahrscheinlich bezeichnet. Dagegen wurde bekannt, daß die Erweiterung der Westunion durch den Einschluß anderer Atlantik- und Nordseestaaten von alliierten Ausschüssen in Washington zur Zeit untersucht werde. Doch wurde betont, daß bisher noch keines der in Frage kommenden Länder zum Beitritt aufgefordert wurde.

Die polnische Regierung, hat gegen eine britische Olympiadebroschüre protestiert, weil sie eine Karte Europas mit den polnischen Grenzen von 1939 enthielt.

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Eine gemeinsame Erklärung der Kommunistenund Sozialisten in Italien verkündete die Auflösung der Volksfront, weil sie ihr Programm nicht verwirklichen könnte. Die Sozialisten wollen. nun versuchen, die Sympathien der Arbeiterklasse wieder zu gewinnen.

"Die Westmächte glauben nicht mehr an die Möglichkeit der Schaffung eines politisch und wirtschaftlich lebensfähigen Freistaates Triest", schrieb die Londoner "Times" Die einzige Aufgabe der Westmächte sei es nun, angesichts der von Jugoslawien gemachten Schwierigkeiten wenigstens erträgliche Zustände im Freistaat Triest aufrecht zu erhalten.