Die großangelegte Operation gegen die Hauptkräfte der Rebellen des Generals Markos im Grammos-Gebirge wurde mit einem Sieg für die Regierungstruppen beendet. Mit diesem Erfolg wurden jedoch nicht alle Hoffnungen erfüllt. Weder die Erwartung des Chefs der amerikanischen Militärmission in Griechenland, General van Fleet, der bei der Übernahme seines Kommandos in Athen die völlige Niederwerfung der Aufständischen bis zum Herbst voraussagte, noch die kürzliche Ankündigung des Kriegsministers Stratos, daß Griechenland nun von der Gefahr der Aufständischen befreit sei, wurden wahr.

Während kurz nach dem Abschluß der Offensive der sechs mit amerikanischem Material ausgerüsteten Divisionen neue Kräfteansammlungen der Markosrebellen vor sich gehen und Erfolge der Partisanen am Pindus, Epirus und in Ostmazedonien verzeichnet werden, geht der Nervenkrieg zwischen Griechenland und Albanien ebenfalls weiter. Griechenland beschuldigt die albanische Regierung, die Aufständischen aktiv zu unterstützen. Wie für die Kämpfe ist, zeigte gerade der Ausgang der letzten griechischen Offensive. Die Rebellen kämpften so lange, wie sie es für richtig hielten, fügten den Regierungstruppen schwere Verluste zu und zogen sich erst dann nach Albanien zurück, um an einem ihnen passenden Punkt der Grenze in Griechenland wieder einzufallen.

Der Bürgerkrieg in Griechenland könnte also eine unbegrenzte Zeit geführt werden, wenn seine Nachbarn Jugoslawien, Bulgarien und Albanien auch in Zukunft die Partisanen unterstützen. Seit dem Krach des Kominforms mit Tito scheint es jedoch, daß Jugoslawien an der Aktion gegen Griechenland wenig Interesse zeigt. Seine Unterstützung der Rebellen ist zumindest mit der albanischen nicht koordiniert. Aber auch Bulgarien, dessen Grenze keine besonderen Unterstützungsmöglichkeiten bietet, legt in der letzten Zeit größere Vorsicht an den Tag. Möglicherweise hängt die jugoslawische und bulgarische Zurückhaltung mit dem vorläufigen Zerfall der Pläne für eine Balkanföderation zusammen, die – auch Saloniki, Thrazien und Griechisch-Mazedonien einschließen sollte. Dies bedeutet für alle Fälle eine wesentliche Entlastung für die griechische Regierung.

Als einzige wirkliche Gefahr für Griechenland ist Albanien geblieben. Sollten die Beziehungen zwischen Jugoslawien und den Sowjets noch, weiterhin gespannt bleiben; wird natürlich, auch diese Gefahrenquelle immer schwächer werden. Denn dem Kreml, mit dessen Unterstützung die Unruhen in Griechenland überhaupt erst in diesem Ausmaß möglich waren, würde dann nicht mehr die bequeme. Landverbindung, mit Albanien zur Verfügung stehen. Er würde nur die schwierigen Wasserwege benutzen können. Ob sich allerdings eine so lose Verbindung auf lange Sicht überhaupt aufrechterhalten läßt, ist sehr fraglich. –ew.