In Berlin verhandelten die vier Militärgouverneure über die Bedingungen, unter denen die sowjetische Blockade der Reichshauptstadt aufgehoben werden könnte. Auch die Unterausschüsse für Transport und Finanzen traten mehrere Male zusammen.

Der Berliner Magistrat beschloß, an die alliierten Militärregierungen mit der Bitte heranzutreten, an den schwebenden Verhandlungen über die Neuordnung der Berliner Verhältnisse beteiligt zu werden.

Die Berliner Stadtverordneten hielten ihre Sitzung im britischen Sektor ab, nachdem "Rollkommandos" der SED das Stadthaus im Ost-Rektor gewaltsam besetzt hatten und die Sitzung zum vierten Male vertagt werden mußte. Ein russischer Offizier "befahl" den Verbindungsrussischer der drei Westmächte, das Berliner Stadthaus zu verlassen.

Der sowjetische Kommandant, General Kotikow, forderte den Berliner Magistrat auf, alle Vorbereitungen für die bevorstehenden Berliner Kommunalwahlen im Ostsektor einzustellen.

Die Züricher "Tat" meldete aus Berlin, daß die Parteien erstaunt und enttäuscht die Erklärung General Clays, die sich gegen eine Teilnahme Berlins am Parlamentarischen Rat in Bonn aussprach, zur Kenntnis gekommen hätten. Man habe auf Grund dieser Erklärung den Eindruck erhalten, daß die westlichen, Vertreter in Moskau Molotow gegenüber Weitgehendes Entgegenkommen gezeigt hätten.Der bekannte amerikanische Publizist Walter Lippmann wandte sich in einem Kommentar gegen die Ansichten, die zur Entspannung der Lage eine freiwillige, Aufgabe Berlins befürworten. Lippmann sagte: "Ein Aufgeben Berlins würde nach meiner Ansicht zum Verlust ganz Deutschlands führen

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Außenminister Marshall erklärte, daß der Europahilfe-Administrator Hoffman einen Ausschuß zur Prüfung der deutschen Reparationsfrage gebildet habe. Hoffman sei im Rahmen der Marshall-Plan-Bestimmungen verpflichtet, die Zustimmung der betroffenen Länder für einen etwaigen Demontagestopp zu erwirken. Es verlautet, daß die amerikanische Regierung bereits zu, der Überzeugung gelangt sei, man könne dem europäischen Wiederaufbauprogramm an. (besten mit einem Demontagestopp dienen.