Dies war eine merkwürdige. Situation und eine wegweisende Aufgabe –: Als der Krieg zu Ende war und die Isolation Deutschlands nachließ, da waren es zunächst einzelne Menschen, denen es vergönnt war, die ersten Blicke hinter die Grenzzäune zu tun. Vergönnt? Lang ist’s her. seit man unbeschwert ins Ausland reiste. Heute schleppt der deutsche Reisende, den Einladungen ins Ausland führen, zwar wenig Gepäck, gewiß aber eine große Last von Problemen mit. Da zeigte sich in Gesprächen zwischen Gastgebern und Gästen, daß nichts beim alten geblieben war. Alles hatte sich verändert. Gottlob, es war guter Wille vorhanden, das Niemandsland des Mißverstehens überbrücken; nicht bei allen, versteht sich, aber wiederum bei einzelnen Menschen. Man erfand das Wort vom "Europäischen Gespräch", mehr noch: man begann es wirklich zu führen – zwar erregt, doch vielfach mit Takt, zwar ratlos oft, aber mit der Absicht, die Probleme zu klären. – Adolf Frist hat anno 1947 solche Reisen ins Ausland gemacht, nach England, in die Schweiz. Seine ein schmales Buch ("Die Reise ins Ausland", Drei Türme Verlag, Hamburg), das nicht nur durch lebendige Schilderung der äußeren Verhältnisse inhaltsreich ist, sondern mehr noch durch die Eindringlichkeit, mit der die geistige Situation dieser "Zeit zwischen den Zeiten" dargelegt ist dieser Zeit, die so vieles von uns fordert, an meisten dies: guten Willen. J. M.