Die Deutsche Landwirtschaftliche Ausstellung in Frankfurt a. M. war von ihren Organisatoren vor allem als eine Lehrschau geplant worden, um die Entwicklung der landwirtschaftlichen Maschinenproduktion vor Augen zu führen. Jetzt hat sie ihre Pforten geschlossen, nachdem sich rund 450 000 Besucher diese sehenswerte Ausstellung, die nach langer Frist erstmalig wieder stattgefunden hat, angesehen hatten. Die Aussteller melden über Erwarten gute Verkaufserfolge; die Liquidität der bäuerlichen Besucher erwies sich entgegen den Erwartungen der industriellen Aussteller als ganz erheblich. Die vielfachen Auftragserteilungen für landwirtschaftliche Maschinen waren daher auch die Ursache, daß die Lieferfristen sehr bald beträchtlich verlängert werden mußten. Aus dem Ausland zeigten besonders Besucher aus Dänemark, Frankreich und den Niederlanden Interesse und schlossen Kaufverträge ab. R. St.

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Bis Ende des Jahres werden 20 Mill. $ zur Einfuhr von Häuten zur Verfügung gestellt, was ungefähr 20 Mill. Paar Schuhen aller Art entspricht. Die ersten Sendungen treffen voraussichtlich im Oktober und November ein; das Gerben dauert 2 Monate und länger. Die deutschen Schuhfabriken, deren Kapazität jetzt nur zu 40 bis 50 v. H. ausgenutzt ist, können dann ihre Leistungen wesentlich erhöhen.

In der Zwischenzeit, bis zum Wirksamwerden der Häute-Einfuhren soll das Erhard-Programm verwirklicht werden, durch das preiswerte Schuhe und Textilien in größeren Mengen zum Verkauf kommen sollen, wie während der Schuhfachmesse in Köln mitgeteilt wurde. Man will schon bald einen Gebrauchsschuh zum Preise von etwa 24,50 bis 27,50 DM (Damenschuh billiger) anbieten.

Auf der Schuhfachmesse waren über 280 Aussteller aus den Westzonen vertreten. Die Firmen zeigten gute Gebrauchsschuhe aller Art und auch einige Extravaganzen, die man allerdings nicht als "Messeschlager" bezeichnen kann. Das Bestreben, die Qualität zu steigern, machte sich überall bemerkbar. Die stark besuchte Kölner Veranstaltung, die im Frühjahr wieder stattfinden soll, konnte noch keine regelrechte Verkaufsmesse sein. Bedarf und Angebot stehen in einen, viel zu großen Mißverhältnis. Die stark vertretene Pfälzer Schuhindustrie wartet auf die Aufhebung der Zonengrenze und trifft ihre Vorbereitungen um dann liefern zu können – besonders, da die Exportaufträgen der französischen Militärregierung, wie man hofft, aufhören werden. J. Sch.

Zwischen Trier und Koblenz schlagen augenblicklich mit Genehmigung der französischen Militärregierung 320 holländische Arbeiter 70 000 Kubikmeter Holz für die Niederlande ein und fügen damit dem deutschen Wald, der durch den Zwangs-Holzexport der Besatzungsmächte seit Kriegsende schwerwiegenden Schäden ausgesetzt ist, weitere Kahlschläge zu. In dieser Situation ist eine Ausstellung, die bis zum 26. September in Hamburg unter dem Gesichtspunkt "Wald und Holz" läuft und in der Vorwoche von Dr. Schlange-Schöningen eröffnet wurde, von besonderem Wert. Das Reichsinstitut für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek bei Hamburg hat unter seinem Leiter Prof. Dr. Heske in einer überraschend interessanten Lehrschau die Hintergründe und Verflechtungen der forst- und holzwirtschaftlichen Problematik Europas und vor allem die schwierige Lage Deutschlands in allgemeinverständlicher Form erläutert.

Man erfährt, daß Deutschland schon immer ein Viertel des Bedarfs an Holz einführen mußte und daß vor dem Kriege Finnland und an zweiter Stelle. Rußland die Hoflieferanten für Europa waren. Für ganz Westeuropa ist heute die Frage, einer, Holzeinfuhr von großer Bedeutung. Und Deutschland befindet sich in dieser Hinsicht bei Großbritannien, das die Frage der Holzeinfuhr sehr bald wird lösen müssen, in bester Gesellschaft. Für die ständige Deckung des westeuropäischen Holzdefizits stehen vor allem die afrikanischen und südamerikanischen Tropenwaldungen zur Verfügung. Hier liegt, für Europa und damit auch für Deutschland der gangbare Ausweg.

Der Lehrschau ist eine Sonderschau des Deutschen Jagdverbandes und eine Ausstellung von Erzeugnissen der holzverarbeitenden Industrie angeschlossen. Hier stehen besonders Möbel neben deutschen und schwedischen Holzhäusern im Mittelpunkt des Interesses, wobei die ungelöste Frage der Finanzierung einer Serienaufstellung solcher Wohnhäuser noch sehr viele Fragen aufgeben wird. ww.