Tausende von Bauern und Landarbeitern aus allen Kreisen von Schleswig-Holstein hatten sich in Rendsburg zum Zweiten Landesbauerntag versammelt. Wie ein roter Faden zog sich durch die Referate die Feststellung, daß für Schleswig-Holstein die Landwirtschaft die Grundlage des Wirtschaftslebens bedeutet. Der Vorsitzende des Bauernverbandes, Detlef Struve-Embühren, sagte den schleswig-holsteinischen Bauern mit aller Deutlichkeit, daß der Bauer jetzt mit Überlegung anbauen und auch mit Überlegung absetzen müsse. Arbeitsgemeinschaften für alle Anbauarten sollen einen ausgeglichenen deutschen Agrarmarkt schaffen helfen. Scharf wandte er sich gegen den Verdacht, damit eine Monopolpolitik zu betreiben; es handele sich lediglich um einen gesunden bäuerlichen Lebenswillen. Noch sei der Weg zum Verbraucher oftmals zu lang, seien die Handelsspannen zu groß. Die Absatzfrage sei zur zentralen Aufgabe des Bauernverbandes geworden. Der Bauer bekennt sich zum Grundsatz des unverletzbaren Eigentums. Die Versammelten stimmten daher dem Redner in der Ablehnung des Durchführungsgesetzes zur Agrarreform vorbehaltlos zu. Beifällig nahmen sie einen humorvoll-bissigen Seitenhieb gegen die Verwaltungsbürokratie auf, die der Entwicklung der Landwirtschaft "helfend im Wege stehe" ...

Den Höhepunkt der Kundgebung bildete die Rede von Reichsminister a. D. Dr. Hermes, der als bewährter Experte deutscher Agrarfragen alle Probleme der Landwirtschaft umriß. Er berichtete von gemeinsamen Plänen der Landwirtschaft und des Gewerkschaftsbundes, für bedürftige Verbraucher eine gewisse Subventionierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse einzuführen und richtete ernste Worte an die Adresse des Auslandes, mit der Förderung der deutschen Agrar- und Industrieproduktion Ernst zu machen.

ww.