Im Wirkungsfelde Robert Kochs

Hans Dulk, Hamburg, legt jetzt die Lebensbeschreibung Wilhelm v. Drigalskis vor. Dieser Bakteriologe, mit dessen Namen die Entwicklung der Kommunalhygiene in Deutschland untrennbar verbunden ist, stellt sich darin bescheiden in den Schatten seines großen Lehrers Robert Koch. Neben der überragenden Erscheinung des berühmten Forschers, dessen Lebenswerk und Bedeutung Drigalski besonders hervorhebt und mit persönlichen Erinnerungen verknüpft, wird noch einmal die bewegende Zeit zwischen den drei letzten Kriegen lebendig. Es ist ein liebenswertes Buch, das den Lebensweg des jungen Militärarztes, Wissenschaftlers und späteren Leiters der Stadtgesundheitsämter in Halle und Berlin anschaulich und auch für Laien fesselnd schildert.

Uwe Heydorn

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Ein Buch über R. A. Schröder

Lotte Denkhaus, die zu den Stillen im Lande gehört, hat in schöner sprachlicher Sauberkeit in der Reihe "Gottsucher in der Dichtung" des Stuttgarter Oncken-Verlages ein gewichtiges Büchlein über Rudolf Alexander Schröder geschrieben; mehr: sie versucht von einem christlichen, wenn auch durchaus undogmatischen Standort eine Deutung des nach eigenen Worten von "Grund aus Verwandelten", der in den Jahren von 1912 (nach den "Gesammelten Gedichten" und der "Insel"-Übertragung der Odyssee) bis 1930 geschwiegen hatte. Das "steinerne Antlitz" der Zeit ließ ihn verstummen. Die Schilderung dieser Epoche, nach der die geistlichen Gesänge "Mitte des Lebens" erschienen, gehört zu den wesenhaften und mit großer Sachkenntnis geschriebenen Partien der warmherzigen Porträtzeichnung des "Bremers" Schröder, der sich selbst als "deutsch mit nordisch-englischem Einschlag" bezeichnet. Kurt Reuter

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