vom 16. September bis 22. September 1948

In Moskau scheiterten auch die letzten Versuche der westlichen Bevollmächtigten zu einer Einigung mit Außenminister Molotow über die Berliner Blockade zu gelangen. Eine neue Konferenz mit Stalin war nicht möglich, da er sich zur Erholung nach einem "sehr weit von Moskau entferntliegenden Kurort" begeben haben soll. Die westlichen Militärgouverneure und Sonderbotschafter wurden nun nach Paris berufen, um an den Beratungen ihrer Außenminister teilzunehmen.

Die sowjetisch lizensierte Allgemeine Deutsche Nachrichtenagentur meldete aus amtlicher sowjetischer Quelle, daß mit der Aufgabe der "bisher seitens der offiziellen sowjetischen Stellen gegenüber der Luftbrücke in militärischer und wirtschaftlichen Hinsicht beobachteten Zurückhaltung" zu rechnen sei.

Die westlichen Alliierten verstärkten ihre Gegenblockade der sowjetischen Zone, um die restlichen Möglichkeiten eines Warenabflusses aus Westdeutschland nach dem Osten völlig zu unterbinden.

In mehreren Bezirken der sowjetischen Besatzungszone sind einem dpd-Bericht zufolge Polizeigruppen in besonderen Baracken zusammengezogen. Auch sogenannte Hilfspolizisten aus anderen Berufen seien zusammengefaßt worden.

Der Widerstand der Berliner sei, ob man ihn für den Fortgang der diplomatischen Bemühungen oder für den Fall des Krieges in Rechnung ziehe, viel wichtiger als die Ausgaben für die Luftbrücke, erklärten diplomatische Kreise in Washington.

Die "New York Times setzte sich dafür ein, daß "alle westlichen Staaten ihre Beziehungen zu Deutschland nach neuen Gesichtspunkten gestalten müßten, damit es zu einem tragfähigen Bestandteil des Westblocks wird."