Die erste große Frankfurter Nachkriegsmesse, die in technischer wie in organisatorischer Hinsicht erstaunliche Leistungen zeigt, trachte bereits am ersten Tag in allen Ausstellungszweigen. beträchtliche Umsätze. Von den 1800 in- und ausländischen Ausstellern hatte ein Teil bald nach der Eröffnung die vorgesehenen Verkaufskontingente abgesetzt. Die Lieferfristen, in der Textilbranche von drei Monaten aufwärts, mußten von vielen Firmen bereits am zweiten Tage verlängert werden. – Die Regelung für die Festkonten hatte keinen Einfluß auf den Geschäftsablauf.

Qualitativ sind die angebotenen Waren im Durchschnitt sehr gut. Dies gilt auch für Textilwaren inländischer Erzeugung. Sie sind bereits großenteils von der neuen Mode geformt. Die Preiserhöhungen im Großhandel sind zum Teil dadurch bedingt, daß Zwischenstoffe (Futterstoffe, Nähgarne usw.) nicht mehr bei den alten Firmen gekauft werden, können, sondern bei kleinen Verkäufern bezogen werden müssen, die aus ihren Vorräten zu erhöhten Preisen solche Ware abgeben. Eine Konfektionsfirma begründete gewisse Verteurungen mit derartigen "Einkaufsverlagerungen". Die Nachfrage nach Textilwaren aller Art, besonders nach Berufs- und Oberkleidung ist groß. – Hohe Umsätze wurden in den technischen Abteilungen erzielt, da sich viele Firmen von Grund auf neu einrichten müssen.

Die Abteilung Maschinenbau hat sich auf der Ausstellung den ersten Platz erobert. Einen besonders breiten, Raum nehmen Maschinen und Apparaturen ein, die dem Wiederaufbau und der Wiedereinrichtung von Betrieben und Wohnungen dienen. Auch ausländische Nachfrage machte sich hier stark bemerkbar. Ohne. Zweifel hemmt aber der mangelhafte Patentschutz noch immer die Ausstellung neuer deutscher Erfindungen. Eine Ausnahme machte eine Frankfurter Firma, die fahrbare einachsige Kompressoranlagen ausstellt. Auch das neue Modell eines Wippdrehkranes für Hafenanlagen erweckte großes Interesse.

Die Ostzone ist unter den Ausstellern nur schwach vertreten. Aus dem Auslande kamen vor allem repräsentative leistungsfähige Firmen, wie etwa der Mailänder. Textilkonzern "Lini-Icio e Canapificio Nazionale".

Die Geschäftsabschlüsse zeigten, daß die Qualität der Ware wichtiger erscheint als der Preis. Str.

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Bisher sind aus Großbritannien 54 700 t Kohle nach Deutschland eingeführt worden. Das entspricht einer Monatseinfuhr von 10 000 t, die man auf 28 000 t erhöhen will. Da der Preis dieser eingeführten Kohle unter dem Preis der deutschen Exportkohle liegt, brauchen für je 10 000 t Einfuhrkohle nur 8000 t Kohle ausgeführt zu werden.