Bei der Reichsbahn der drei westlichen Besatzungszonen war die Währungsreform mit ihrem empfindlichen Absinken des Personenverkehrs nicht nur der Anlaß einer erheblichen Ermäßigung der Personentarife. Sie erreichte auch die Wiedereinführung des vor dem Kriege weit über die Grenzen Deutschlands hinaus geschätzten Kundendienstes der Bahn. Im Gegensatz zu den Verhältnissen in der sowjetischen Zone kann man heute auf allen Bahnhöfen der drei Westzonen erfreut feststellen, daß besonders die jungen Bahnpolizisten ihren „Polizei“-Ton – hoffentlich für immer – gegen das höfliche Benehmen eines im Kundendienst beflissenen Beamten vertauscht haben.

Die ab 1. September in den drei Westzonen erneut eingeführten Netz- und Bezirkskarten sind eine weitere Förderung des Personenverkehrs und besonders für die Wirtschaft eine erhebliche Erleichterung. Zunächst wurden sieben Netzkarten aufgelegt: Niedersachsen-Hamburg, Rheinland, Ruhrgebiet, Frankfurt a. Main, Südwestdeutschland, Nordbayern und Südbayern. Die Zahl der bisher eingeführten Bezirkskarten beläuft sich auf 67. Zum Gebiet der Erleichterung für den Personenverkehr gehört auch die Wiedereinführung der Sonntagsrückfahrkarten und der Verwaltungsonderzüge.

Die Sonntagsrückfahrkarte war erstmalig 1914 in Norddeutschland aufgekommen und schließlich 1921 für das gesamte Reichsbahngebiet eingeführt worden. Als die Parole „Erst siegen, dann reisen“ kam (1941), schaffte man sie ab.

Früher galt sie zur Hinfahrt am Sonnabend. ab 12 Uhr und zur Rückfahrt am Montag bis 24 Uhr. Heute muß die Rückfahrt schon am Sonntag um 24 Uhr beendet sein. Wir finden, daß die Reichsbahn in der Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten doch zur bewährten. Vorkriegsregelung zurückkehren sollte. we.