vom 30. September bis G. Oktober 1948

Die Sowjetunion hat in ihrer Antwortnote den Westmächten vorgeschlagen, eine neue Außenministerkonferenz der vier Großmächte einzuberufen, um dort das Berliner Problem und das Deutschlandproblem als Ganzes zu behandeln.

Im Zusammenhang mit einer Reise des österreichischen Außenministers nach Paris sind Nachrichten in Umlauf gekommen, wonach Österreich russischerseits die Mitteilung erhalten habe, daß die Sowjetunion nunmehr die Verhandlungen über den österreichischen Staatsvertrag fortzusetzen bereit sei.

„Auf Seiten der Westmächte rechnet niemand mehr damit, daß der Sicherheitsrat in der Lage wäre, einen Beschluß in der Berliner Frage zu fassen“, behauptete das Blatt der sowjetischen Militärverwaltung „Tägliche Rundschau“. Die Zeitung führt darauf auch das „Zögern“ in der Einberufung des Rates zurück und meint, die Westmächte würden keine Eile zeigen, das Berliner Problem vor die UNO-Vollversammlung zu bringen. Sie brauchten Zeit, ihre schwache Position zu untermauern.

Bevins Rede vor der UNO-Vollversammlung könne den Beginn einer Entspannung des Verhältnisses der Westmächte zur Sowjetunion bedeuten, schrieb die linksstehende britische Wochenzeitschrift „New Statesman and Nation“. Die einzige Politik, durch die ein Krieg abgewendet werden könnte, sei, die Aufteilung der Welt in verschiedene Einflußsphären anzuerkennen.

Die britischen Vertreter im Berliner Luftsicherheitszentrum haben sich bei den sowjetischen Vertretern wegen eines erneuten sowjetischen Verstoßes gegen die Flugsicherheitsbestimmungen beschwert, weil zwei sowjetische Jäger eine nach Gatow fliegende britische Maschine in Scheinangriffen angeflogen hätten.

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