Mit einer langen Liste hat die Verwaltung für Post- und Fernmeldewesen im Vereinigten Wirtschaftsgebiet zum 1. September die längst fällige Ermäßigung der Postgebühren bekanntgegeben. Und wie kürzlich auf dem Verbandstag der Fachabteilung Deutsche Post in der Gewerkschaft öffentliche Dienste mitgeteilt wurde, ist noch eine weitere Senkung der Postgebühren zu erwarten. Leider wurde gleich die Einschränkung gemacht, daß eine Herabsetzung der Fernsprechgebühren infolge der erheblichen Kriegszerstörungen an den Fernsprechanlagen vorläufig nicht zu erwarten sei. In der Zwischenzeit wurde allerdings durch die Frankfurter Verwaltung der Post das Bevorstehen einer weiteren Gebührensenkung dementiert.

Wie gesagt, die Liste der Portoermäßigungea ist lang. Und trotzdem enthalten diese Gebührensenkungen leider eine erhebliche Erhöhung, von der man annehmen sollte, daß sie nur durch eines bedauerlichen Irrtum am grünen Tisch der Deutschen Post entstanden ist und still und leise verschwinden wird. Wir meinen die Portosätze der für das Wirtschaftsleben so wichtigen Geschäftspapiere! Anstatt gesenkt zu werden, wurden sie am 1. September erneut erhöht: Früher kosteten Geschäftspapiere bis 100 g im Inland 8 Pfg., ab 1. März 1946 dann 16 Pfg., und jetzt sind sie leider noch teurer geworden: 20 Dpfg., bei einem Gewicht von 100 bis 250 g sogar 60 Dpfg. we.