Solange Ich mich im Amte halten konnte, war mein Bemühen erfolgreich. Ich habe die Judenverfolgung in der Wirtschaft tatkräftig verhindert. Kaum war ich aus der Stellung des Wirtschaftsministers ausgeschieden, da setzte auch die Enteignung der Juden ein. Der frühere Staatssekretär Heiler erwähnt in Nürnberg einen Ausspruch Himmlers anläßlich einer Beschwerde über den Jugenpogrom vom 9. November 1938: „Man konnte von einem Herrn Schacht ja nichts anderes verlangen, als daß er immer bremste und sich dem Willen der Partei entgegenstellte.“

Die Währung habe ich völlig intakt gehalten und jeden Versuch eines Mißbrauches der Reichsbank abgewehrt. Das war ein um so größerer Erfolg, als ich die Rückführung von 6 1/2 Millionen Arbeitslosen in Arbeit und Lohn durch meine Finanzpolitik ermöglichte. Es bedurfte meiner gewaltsamen Entfernung aus dem Amt des Reichsbankpräsidenten, damit Hitler der Inflation. Tür und Tor öffnen konnte.

In der Kolonialpolitik war es mir gelungen, das bis dahin starre Eis zu brechen.

In der Handelspolitik hatte ich neue Wege gewiesen, die eine Neubelebung des Welthandels versprachen.

Die Belebung der inneren Wirtschaft durch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit hatte die Reichseinnahmen so befriedigend gesteigert, daß die schwebenden Verpflichtungen ohne Schwierigkeit eingelöst werden konnten.

Für die Aufrechterhaltung des Friedens hatte ich durch die Verlangsamung der Rüstung und die Begrenzung der Rüstungskredite das möglichste getan.

Daß ich mit dieser ganzen Politik mir die steigende Gegnerschaft der Partei zuzog, war nicht zu bestreiten. Die radikalen Fanatiker beherrschten die Parteimaschinerie mehr und mehr. Wo man mir Schwierigkeiten bereiten konnte, geschah es. Solange Hitler mich hielt, war die Gegnerschaft der Partei noch vielfach eine versteckte, Nachdem ich aber auch aus der Reichsbank entlassen war, trat die Feindschaft ganz offen hervor.