Alle Vermittlungsversuche hinter den Kulissen der UNO im Berliner Streitfall scheiterten bisher. Korrespondenten halten es für möglich, daß die sechs „Neutralen“ des Sicherheitsrats die Hoffnung auf einen Kompromiß aufgegeben haben. Man erwartet daher, der Sicherheitsrat werde in den nächsten Tagen seine Berlin-Debatte wieder aufnehmen.

Präsident Truman gab bekannt, daß er seinen Plan, den Obersten Bundesrichter Vinson mit einem persönlichen Vermittlungsvorschlag nach Moskau zu schicken, auf Anraten Außenminister Marshall! fallengelassen habe. Marshall kehrte darauf nach Paris zurück.

Der Labour-Abgeordnete Croßman schrieb in einem Artikel im „Sunday Pictorial“: „Man teile Deutschland und Europa und lasse jede Seite behalten, was sie hat. Auf dieser Grundlage sollten wir damit einverstanden sein, als Gegenteil stung für den Abzug aus ganz Österreich Stalin die Trümmer Berlins zu überlassen.“

Die Vertreter der westlichen Militärregierung gen protestierten erneut gegen sowjetische Flak-Schießübungen, Fallschirmabsprünge und Formationsflüge in den Luftkorridoren.

Die Kommunalwahlen in Berlin wurden von der Stadtverordnetenversammlung auf den 5. Dezember festgesetzt. Die sowjetische Kommandant tur hat ihre Zustimmung noch nicht erteilt. Die-SPD verstärkte ihre Bemühungen, den Posten des Berliner Oberbürgermeisters, den gegenwärtig Dr. Friedensburg innehat, durch einen SPD-Kandidaten zu besetzen.

Vor dem Jahreskongreß der Konservativen Partei Großbritanniens erklärte Churchill, nur die Furcht vor der Atombombe schrecke die Sowjetunion vor einem Angriffskrieg ab. Großbritannien hätte 1945 gut daran getan, seine Truppen in Berlin einziehen zu lassen.

Charles Saltzman, einer der höchsten offiziellen Berater Marshalls in Deutschlandfragen, meinte, es könne sich vielleicht als unmöglich erweisen, einen Krieg mit der Sowjetunion zu vermeiden.