Margret Mead: „... Und haltet Stier Pulver trocken.“ Kurt Delch-Verlag, München.

Ein bedeutsamer Versuch der bekannten amerikanischen Anthropologin, den politischen Charakter des amerikanischen Volkes zu analysieren. Zugrunde gelegt ist, wie schon aus dem Titel, einem Cromwell-Wort, zu erraten, die puritanische Mentalität, zu der wir ein ausdrückliches Bekenntnis finden, also zu jenem „dynamischen Prinzip, das Erfolg mit Tugend verquickt“. Und so sucht auch das politische Verhalten des Amerikaners Dynamik und Tugendhaftigkeit zu verbinden. Diese Verbindung wird eindrucksvoll erläutert durch eine Kontrastierung des englischen und des amerikanischen Begriffes von fair play im Verhalten zum Mitmenschen und auch zum Gegner. Das englische fair play ist vorwiegend defensiv. Mit dem amerikanischen fair play verträgt es sich, auch aggressiv oder jedenfalls herausfordernd zu sein. Zur Gewalttätigkeit geht aber der Amerikaner nicht eher über, als seine Herausforderung ihre Früchte getragen hat,-das heißt als der Gegner seinerseits. zum Angriff vorgegangen ist. Dann freut sich der Amerikaner über die gebotene Möglichkeit, kräftig zurückzuschlagen, ohne als Raufbold dazustehen. Er schlägt mit voller Kraft zu und stellt seine Schläge erst ein, wenn die Humanität die Schonung des überwundenen Gegners gebietet, – Es ist wohl keine Überschätzung, wenn man Margaret Meads Darlegung für eine wertvolle Hilfe zum Verständnis der amerikanischen Politik erklärt.

I. A. v. R.