Die Revision der Verbrauchsteuern für Genußmittel scheint vorläufig abgeschlossen. Beratungen zwischen den deutschen und alliierten Sachverständigen haben zu einer Einigung geführt, die als Ergebnis ernsten Bestrebens zu werten ist, die sachlich beste Lösung zu finden. Für Kaffee und Bier wurden die von deutscher Seite vorgeschlagenen Sätze akzeptiert; damit ist nun vor allem für die Verbilligung des Kaffees der Weg frei. Der Ladenpreis dürfte sich nach Inkrafttreten des neuen Steuersatzes auf etwa 12 DM je Pfund stellen. Für Branntwein und Tabak wurden von alliierter Seite etwas höhere Steuersätze als vorgeschlagen für zweckmäßig erachtet. Die Flasche Branntwein würde dann etwa 8,50 DM, die Zigarette 11 bis 13 Pfennig kosten.

Offensichtlich hat man sich bei den Verhandlungen von dem Gesichtspunkt leiten lassen, daß es gelte, das Optimum der Steuerbelastung zu erreichen. Beim Grade unserer Verarmung ist es ja nicht sinnvoll, die Verbilligung der Genußmittel als Selbstzweck zu betreiben. Wer heute rauchen, wer, Bier, Schnaps oder Kaffee trinken will, muß es sich etwas kosten lassen, damit die Steuermittel Aufgebracht werden. Senkingen dieser Verbrauchsteuern sind nur vertretbar, wenn daraus eine Verbesserung der Steuermoral und ein Ansteigen des „richtig“ versteuerten Verbrauchs in solchem Umfange zu erwarten steht, daß sich das Steueraufkommen insgesamt erhöht. Wir alle kommen ja in den Genuß eines lohen Ertrags an Verbrauchsteuern, wenn viele Genußmittel konsumiert werden. Denn dann wirdeines der Hindernisse für die Senkung der Einkommen-, speziell der Lohnsteuer, aus dem Weg geriumt. Neben der Rücksicht auf das Optimum der Steuererträge durch die Besatzungmächte wird ihre Mitarbeit allerdings noch in anderer Weise unentbehrlich sein: Die-Versorgung des Schwarzen Marktes mit Genußmitteln erfolgt ja vielfach aus Quellen, die sich deutschem Zugriff entziehen. Zur Erreichung des Optimums gehört auch das. Zustopfen dieser Quellen.