Die diesjährige Bergbautagung hat der Frage der Stellung des Menschen zur Technik und modernen Volkswirtschaft (Landesbischof Dr. Lilje und Prof. Dr. Höffner), wie auch der spezielleren Problematik der Organisation von Großbetrieben mit dem Ziele einer Verlebendigung der Beziehungen zwischen Mensch, Betrieb und Arbeit (Dipl.-Ing. Rauer) einen verhältnismäßig breiten Raum gewährt.

Die technische und betriebswirtschaftliche Bilanz, die angesichts der Versorgungslage der Wirtschaft mit Kohle und der mit steigender Güterproduktion wieder fühlbarer werdenden Mangelerscheinungen breiterem Interesse denn je begegnet, stand unter dem Blickwinkel einer bis Mitte 1953 anzustrebenden Fördersteigerung auf 450 000 Tagestonnen. Generaldirektor Kost von der DKBL formulierte die hierfür zu erfüllenden Voraussetzungen nach drei Richtungen hin: Erhöhung der Arbeitsfähigkeit und Leisturigswilligkeit der Bergleute, Verbesserung der maschinellen Ausrüstung und betrieblichen Organisation sowie Bereitstellung des notwendigen Kapitals. Diese drei Faktoren zusammen müssen in den folgenden Jahren hinreichende Berücksichtigung finden. Mit Anspornaktionen konnte vielleicht ein gewisser

Anstoß zur Erzielung einer unter den heutigen Verhältnissen möglichen Leistung, nicht aber eine grundsätzliche Besserung der Gesamtsituation erreicht werden. Zu viel ist aufzuholen: Bei den Menschen die physische Überbeanspruchung bei jahrelanger Unterernährung, deren Folgen teilweise überhaupt nicht mehr zu beseitigen sein werden; in betrieblicher Hinsicht eine Modernisierung der Förderwerkzeuge (Oberbergrat Dr. Schensky) und die Verwendung weiterer Maschinen an Stelle der menschlichen Arbeitskraft, die Überholung veralteter Anlagen, von denen z. B. bei den Kesseln und Preßlufterzeugern die meisten das ehrwürdige Alter von 20 und mehr Jahren haben (Dipl.-Ing. Arauner), während die Kohleveredlung den neuen Bedingungen der Nachkriegszeit angepaßt werden muß (Dr. Demann. Dr. H. Meyer, Dr. Reerink, Dr. Gollmer, Dir. Wunsch, Dr. Grimme).

Ein mit 300 000 DM ausgestattetes Preisausschreiben der DKBL wendet sich an die Betriebsleitungen und . Belegschaften, um aus ihrem Zusammenwirken praxisnahe und allgemein verwertbare neue Produktionsverfahren zu gewinnen. Eine gleichzeitig in den ehemaligen Folkwangschulen in Essen veranstaltete Bergbauausstellung gibt einen Überblick über moderne Maschinen und Geräte aller Art. Sie wird manche Anregung vermitteln, vor allem aber den Wunsch verstärken, den Bergbau durch größte Rücksichtnahme, besonders auch auf seine Zulieferer, auf noch breiterer Grundlage als bisher in die Lage zu versetzen, die im Interesse der Gesamtwirtschaft notwendige Produktionssteigerung zu erreichen. Sf.