Das Börsenüberleitungsgesetz vom Juli 1948 und einige Parlamentsnovellen schaffen die Voraussetzungen für die Wiedereröffnung der Wiener Börse, die Anfang November ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Dann also hören die „vertraulichen Aussprachen“ auf, die bisher die Börsentätigkeit, ersetzten. Die Börse wird zunächst vermutlich nur an drei Tagen der Woche abgehalten werden. Die Bestellung einer Börsenleitung (Börsenkammer) durch das Finanzministerium erfolgt jetzt; auch die Mitglieder der Börsenschiedskollegien sollen nun gewählt werden.

Da verschiedene Warengruppen noch der Bewirtschaftung unterliegen, wird sich die Börsentätigkeit zunächst auf Effekten, und dabei auf die Notierung der österreichischen Werte, beschränken. Eine weitere Tätigkeit schließen die Besatzung, das Fehlen eines Staatsvertrages sowie die Devisengesetze derzeit praktisch aus.

Man rechnet nach der Börseneröffnung auf eine gute Belebung des Pfandbriefmarktes und auf die Auflage der ersten Industrieobligationen.

tz.