In dem Aufsatz „Kurs auf knappes Geld“, der in der Ausgabe der „Zeit“ vom 18. November enthalten war, findet sich der Satz: „Man sollte die Hausfrauen fragen, was ihnen lieber ist: Die Wiederkehr der Zustände vor dem 20. Juni oder der heutige Zustand. – Von befreundeter Seite werden wir darauf hingewiesen, daß „Isma“-Hamburg, das Institut für statistische Markt- und Meinungsforschung, Rundfragen dieser Art bei den Hausfrauen bereits mehrfach durchgeführt hat.

Die erste Erhebung, Mitte September veranstaltet, stellte die Frage: „Würden Sie – wenn dies möglich wäre – für sich persönlich die Zustände vor der Währungsreform zurückwünschen oder nicht?“

5 v. H. der Befragten, und zwar gleichmäßig bei Männern und Frauen, waren ohne Meinung. Ein klares „Nein“ wurde von 90 v. H. ausgesprochen, so daß also nur 5 v. H. den früheren Zustand zurückwünschten. Bei den Männern war der Prozentsatz der „Rückwärtsgewandten“ sogar nur 3, bei den Frauen immerhin 7.

Etwas anders, obgleich im Grundzug gleichartig, lauteten die Antworten, bei einer weiteren (ebenfalls Mitte September vorgenommenen) Umfrage, die speziell auf die frühere Bezugscheinwirtschaft einerseits, auf das gegenwärtige – vielfach als „überhöht“ bezeichnete – Preisniveau anderseits Bezug nahm. Es wurde also gefragt, welchen Zustand man bevorzuge. Bei den Männern waren 10 v. H. ohne Meinung, 83 v. H. für die jetzige Marktwirtschaft und immerhin noch 7 v. H. für das frühere Bewirtschaftungssystem. Von den Frauen waren nur 3 v. H. ohne Meinung, 92 v. H. für die Marktwirtschaft und 5 v. H. für die Bewirtschaftung alten Stils.

Mitte November wurde die Befragung wiederholt. Wie für jeden Kenner der menschlichen Natur verständlich, erscheint jetzt, nach der allgemeinen (durch propagandistische Übertreibungen verstärkten) Verstimmung wegen der Teuerung, die „gute, alte Zeit“ in einem milderen Licht. So wünschen sich heute immerhin 8 bis 9 v. H. der Befragten (nämlich die Männer zu 8, die Frauen zu 9 v. H.) die früheren Verhältnisse zurück, während die Zahl der „Nein“-Stimmen auf 85 und 83 v. H. zurückgegangen ist; 7 v. H. bei den Männern, 8 v. H. bei den Frauen waren ohne Meinung.

Die Skepsis wegen der weiteren Entwicklung ist offenbar nicht so stark verbreitet, wie es der herkömmlichen Auffassung (und der politisch bedingten Agitation) entspricht. Nur 12 v. H. der Befragten glauben, daß sich die Lebensverhältnisse im Laufe der nächsten zwölf Monate verschlechtern. werden, und zwar Männer und Frauen im gleichen Prozentsatz. Für „unverändert“ stimmten 43 v. H. der Männer, 49 v. H. der Frauen; ohne Meinung waren 16 v. H. und 20 v. H. Für bessere Aussichten notierten also nur 19 v. H. der Frauen, aber 29 v. H. der Manner, die ganz offenbar insofern stärker „fortschrittsgläubig“ sind ...

Eine Aufgliederung der Antwort-Ergebnisse nach sozialen Gruppen ist leider nicht gegeben; immerhin wurde betont, daß die Umfrage natürlich auf breiter Basis erfolgt und auch insofern statistisch einwandfrei sei, als sie einen Querschnitt der beruflich-sozialen Gliederung der Gesamtbevölkerung erfaßte. D. B.