Die dänisch orientierten Südschleswiger haben es nicht eben leicht. Voll List und Tücke – wenn man ihnen Glauben schenken darf – so rücken ihnen die offenbar besonders konspirativ begabten heimatlosen Ostpreußen zuleibe. Daß die Flüchtlinge eine Gefahr seien, wird von der dänischen Regierung schon seit Monaten behauptet. Eine wie große und drohende sie aber sind, darüber klärte jetzt zum erstenmal die „Südschleswigsche Heimatzeitung“ ihre Leser auf. An Hand von Heiratsziffern zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, schrieb das Blatt, könnten sich die älteren Südschleswiger leicht errechnen, wann ihre Heimat ein „Neu-Ostpreußen“ sein werde.

Goebbels und Streicher sind tot. Doch beide haben nicht nur den Rahm aller Schlagworte ihres Spezialgebietes abgeschöpft, sondern zugleich durch ihren Namen die zugkräftigsten Parolen so kompromittiert, daß es schon bajuwarischef Unbekümmertheit bedarf, noch heute von Blut- und Rassenschande zu sprechen. Süd-Schleswigs dänisch Orientierte tun so etwas nicht. Sie sprechen nicht einmal von Blut und Boden, Sie sind statt dessen bereit, für eine „Heimatkultur“ zu kämpfen, mit der es „aus und vorbei“ wäre, wenn „unsere Jugend mit der Jugend der Fremdlinge in intime Verbindungen kommt“. Ob dies südschleswigsche Don’t fraternize Erfolg verspricht, ist mehr als fraglich. C. J.