DIE ZEIT

Ein Plan im Plan

Pläne sind weist mit Vorbehalt zu werten. Wenn aber die Vorbehalte mit eingebaut sind, wie jetzt in dem Plan für die französische Zone, der den Rahmen des Marshall-Plans ausfüllen soll, dann kann man wohl mit Genugtuung feststellen, daß „an alles gedacht ist“, und daß die Väter dieser Berechnung auf dem Boden der wirtschaftlichen und politischen Tatsachen stehen.

Die These von der deutschen Gefahr

Die sogenannte Umerziehung hat zu einigermaßen verkrampften Ergebnissen geführt. Wer heute bei uns von Friedrich „dem Großen“ spricht, tut dies in der Regel in einer gewissen Proteststimmung.

Ein biederer Demokrat

Dr. Reinhold Maier, der Ministerpräsident von Württemberg-Baden wird nach eingehender Prüfung seines Gewissens von sich immer behaupten, daß er ein überzeugter und aufrechter Demokrat sei.

Ein Richter politisiert

Es ist in den Vereinigten Staaten etwas geschehen, das uns erschüttert hat. Das Oberste Bundesgericht der USA hat am vergangenen Montag mit fünf gegen vier Stimmen entschieden, daß der Revision des Verfahrens gegen zwei japanische Politiker stattzugeben sei.

Lastenausgleich Erster Akt

Das Frankfurter Wirtschaftsparlament hat am 1. Dezember seinen großen Tag gehabt, als das Erste Gesetz zum Lastenausgleich mit 76 gegen 17 Stimmen über die Bühne ging.

Amerikas Steuerzahler seufzt

Die Wähler Trumans, die eine Politik des sozialen Fortschritts erwarten, haben kaum an die Kosten des Sozialstaates gedacht, noch weniger an die Kosten einer Politik der Festigkeit gegenüber der Sowjetunion.

Der Sohn

Noch immer war es ein fragwürdiges Schicksal, der Sohn eines bekannten Vaters, zu sein. Der Vater war der erste deutsche Reichspräsident, der erste Repräsentant einer neuen politischen Sinngebung, die nach dem Weltkriege gesucht worden war.

Die dunkle Hauptstadt

Jetzt weiß ich, daß man sehr zu Recht immer (in „etwas schlechtes Gewissen hat, wenn man durch die hellerleuchteten Städte Westdeutschlands geht – aus dem warmen Büro in ein warmes Zimmer – und sich derweil vorsteht, daß die Berliner noch immer – wie wir vor zwei Jahren – in Mänteln und mit verklammten Fingern an ihren Arbeitsplätzen sitzen und zu Hause bestenfalls eine Kerze vorfinden oder eine petroleumgefüllte Konservenbüchse mit blakendem Docht.

Schwindendes Prestige

Das Prestige Großbritanniens ist in den letzten drei Jahren katastrophal gesunken, obwohl es am Ende des Krieges höher stand als je in der englischen Geschichte.

WOCHENÜBERSICHT

In Berlin wurden in den drei westlichen Sektoren die Stadtverordneten-Wahlen mit einer Wahlbeteiligung. von 86,2 v. H. ohne Zwischenfälle durchgeführt.

Claudel über Deutschland

Der bekannte katholische Diplomat und Schriftsteller Paul Claudel gibt in dem französischen Wochenblatt „A Présent“ seine Ansicht über die Bedeutung Deutschlands für Europa im heutigen Zeitgeschehen bekannt.

Kolportage mit Bedeutung

Die Entscheidung über die geistige und finanzielle Krise des deutschen Theaters liegt letztlich in den Händen des Publikums selbst.

Such zu komen.: Notizen

Die ostasiatische Gesellschaft in Berlin wurde nach München verlegt und ist mit der Gesellschaft der Freunde asiatischer Kunst und Kultur München, vereint worden.

Schwarzer Tag des Theaters

Fast am gleichen Tag ist das deutsche Theater, sind im besonderen die Münchner Kammer-Mick im Schauspielhaus um zwei bedeutende Darsteller ärmer geworden; Will Dohm und Maria Koppenhöfer haben für immer die Augen geschlossen.

Der russische Seher Konstantin Leontjew

Man nennt ihn gelegentlich den „russischen Nietzsche“ oder auch den „russischen Spengler“. Beides ist aber nicht richtig, denn Konstantin Leontjew war zuvorderst ein Christ.

Erwartung im Dezember

Herrn meine ich“, antwortete er, „den älteren Herrn mit dem Hund. Jeden Abend erscheint er pünktlich um 6 Uhr und setzt sich hier vor die Sperre.

Ihr sollt nicht Krieg spielen!

Kürzlich sah ich auf der Straße einen sehr würdigen und ehrenfesten Engländer in Uniform, der unvermittelt in eine schreiende Rotte von Kindern hineinsprang, einem kleinen jungen seinen hübsch hineinsprang, Holzsäbel entriß, diesen über dem Knie entzweibrach und, die Stücke auf die Straße werfend, den streitenden Parteien höchst kategorisch zurief: „Ihr sollt nicht Krieg spielch!“ – Abgesehen davon, daß ich mir diesen Mann gern als Giganten vorstellen würde, der, unter die großen Vier tretend, ihnen mit den gleichen Worten das Atomspielzeug aus den Händen schlage, halte ich von der Demonstration gegen den Holzsäbel nicht viel.

Chinesisches Kaisergrab

Trotz Krieg und jahrelanger Besetzung Chinashat die Archäologie in diesem Lande große Fortschritte gemacht. Auch die letzten Jahre brachten eine Reihe von archäologischen Entdeckungen, deren bedeutendste und überraschendste die Freilegung eines großen Kaisergrabes aus dem Jahre 918 n.

Mit Bibel und Axt

Aus der Fülle der Probleme, die Thornton Wilder in öffentlichen Vorträgen und Seminaren in Frankfurt behandelte, greifen wir das Thema seines letzten Vortrages an der Frankfurter Universität „Der amerikanische Charakter im Spiegel der Literatur“ heraus, weil es wohl die umfassendste und aus unserer Perspektive gesehen, die interessanteste Frage beleuchtet, die er sich und uns gestellt hat.

Münchner Impressionen

Noch nie war ein Herbst so golden wie in diesem Jahr", sagte ich zu der Blumenfrau. Alier sie meinte, er sei im Jahr 1932 auch so Sültktt gewesen. Also war seit 1932 keia Herbst so ekstatisch golden wie in diesem Jahr.

Der Goldglanz verblaßt...

Goldbesitz und Reichtum sind nicht mehr identisch. Das erfährt die Südafrikanische Union in ihrer Handelsbilanz. Nach wie vor ist sie wohl der größte Goldproduzent der Welt.

Organismus eigener Prägung

bahn gekasisdust worden nd, Di V" Zusammenarbeit habe. Wie soll das neue Reichsbahngesctz aussehen? Klar ist daß sich irn wesentlichen twei Ansichten gegenüberstehen.

Preisbindungen der zweiten Hand

Die gegenwärtig so lebhafte Diskussion über Preise und Handelsspannen bewegt sich leider auf keinem hohen Niveau. Das gilt einmal von den parteipolitischen Interpretationen und ein andermal von den Haferungen der Verbraucherseite, aber auch von der Verteidigung der eigenen Position durch Gewerbe und Handel, die gewöhnlich darauf abgestimmt ist, den Vorwurf zu entkräften, daß „die Wirtschaft“ die Notlage.

Also doch: Preissenkungen!

Versprochene Rohstoffimporte, allmähliche Besserung in der Energieversorgung, Druck auf die Handelsspannen durch wachsendes Angebot – all dies sind künftige Einflüsse; die zur Preissenkung beitragen können.

Kieler Kleider

In Kiel werden nicht nur die berühmten „Kieler Sprotten“ und jetzt als neueste Produktion sogar „Kieler Kunstblumen hergestellt – Kiel hat sich auch zu einem beachtlichen Zentrum der nach dem Kriege in Schleswig-Holstein angesiedelten Bekleidungsindustrie entwickelt.

Qualität ist Trumpf

Rohstoffeinfuhren für die kosmetische Industrie der Doppelzone werden in diesem Jahre wertmäßig etwa 11 v. H. der Vorkriegseinfuhren in das Altreich betragen.

Zähler im Glaskasten

Kriegsschäden an Geschäftshäusern und Wohnbauten, neu aufgeteilter Wohnraum und eine erheblich eingeschränkte Produktion haben in Deutschland und auch im Ausland den Bedarf an Elektrizitätszählern, jenen ausgeklügelten feinmechanischen Meßgeräten, nach denen uns die Elektrizitätswerke den immer noch knappen Strom verkaufen, ungewöhnlich ansteigen lassen.

HAGEDORN: Drei Taube

Dies Gedicht ist der Sammlung „Dies ist das Bild der Welt“, satirisch-historische Geschichte aus drei Jahrhunderten, zusammengestellt von Ursula Jaspersen, erschienen im Verlag Maria ~~~~~, Hamburg, entnommen.

Europäische Literatur

Schon 1827. bildete Goethe das Wort „Weltliteratur“. „Nationalliteratur“, sagte er wenig später zu Eckermann, „will jetzt nicht viel sagen; die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muß jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen.

Nachleben der Antike

Antike und Abendland unter diesem bereitsgewohnten Titel ist im Marion von Schröder Verlag, Hamburg, der dritte Band einer Reihe von Veröffentlichungen erschienen, deren Grundlage Vorträge bilden, die in der Deutsch-Griechischen Gesellschaft zu Hamburg gehalten worden sind.

Horst Lange: Am kimmerischen Strand

Der schlesische Dichter Horst Lange läßt bei Piper & Co., München, ein Bändchen -Erzählungen erscheinen, aus denen eine reife Persönlichkeit und gepflegtes Formgefühl spricht.

„Von den Künsten und der Kunst“

Als Wilhelm Pinder im Mai 1947 unerwartet starb, erfuhren die Freunde, bald, daß er kurz vor seinem Tode eine Schrift vollendet hatte, in der er versuchte, die Summe der Gedankengänge seiner vierzigjährigen Lehrtätigkeit zu ziehen; eine knappe, gültige Zusammenfassung der in seinen zahlreichen Büchern und Aufsätzen und ungezählten Vorlesungen und Vorträgen entwickelten Ideen über das Wesen der Kunst.

Wirken und Wirren

irken in Wirren" nennt Willy Heüpaeh , der Heidelberger Pjycholge 5eitt Lebens, deren erster Band jetzt bei.

„Memorial“ und „Furie“

Günther Weisenborn ist einer des Jahrgangs 02 und ein Dichter; auch in seinen beiden neuen Büchern: „Memorial“, Verlag Kurt Desch, München, und Rowohlt, Hamburg, und „Die Furie“.

Neue Reisebeschreibungen

Reisebeschreibungen sind ein legitimer Zweig der Literatur, und insofern gibt es bei ihnen wie bei allen literarischen Gattungen viele berechtigte Formen, Stufen und Zeitfolgen der Darstellung.

Niehl Geschichte - Warnung

Die von Dr. Julius Curtius im Carl WinterUniversitätsverlag Heidelberg erschienene Darstellung seiner Amtszeit als Reichsminister von Januar 1926 bis Oktober 1931 („Sechs Jahre Minister der Deutschen Republik“) ist bitter und bedrückend.

Aus der „Zeit“

Von unseren Lesern erhalten wir immer wieder Anfragen ob es nicht möglich sei wichtige Leitartikel oder die bei uns erschienenen großen Schilderungen deutschen Lebens aus der Nachkriegszeit in Buchform zu veröffentlichen.

Die Heimkehr

Dieser tröstliche Titel steht über einem Novellenband, den Robert Brendel kurz vor seinem Tode im Parus-Verlag (Reinbek bei Hamburg) hat erscheinen lassen.

Neue Literatur über Musik

Während das Musikverlagswesen, also der Notendruck, bis auf wenige Ausnahmefälle noch völlig daniederliegt – was viel zu der bedauerlichen Benachteiligung der lebenden deutschen Komponisten beiträgt – hat die Musikliteratur, das Schrifttum über Musik in letzter Zeit bereits wieder einen bemerkenswerten Aufschwung genommen.

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