Es liegt auf der Hand, daß die Diskrepanz zwischen Idee und Wirklichkeit, wie sie sich zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts überall und auf allen Gebieten erweist, metaphysische Hintergründe hat. –

In einer Zeit, in der alle Werte angezweifelt werden, und in der sich der Skeptiker anschickt, auch gegenüber dem Grundsatz der Skepsis skeptisch zu sein, ist jedenfalls eine Grundwahrheit gesichert: der Realist hat seinen scheinbar festen Boden unter den Füßen verloren. Er schwankt in den Nebeln der Transzendenz umher, seine Hände – die sonst fest zupacken konnten – greifen hilflos zuckend in den Dunst.

Seine früheren, primitiv-materialistischen Deutungen der sogenannten realen Welt reichen nicht mehr aus, um gültige Erklärungen des Geheimnisvollen, das ihn umgibt, zu liefern.

„Sie denken wohl, wir haben den Krieg gewonnen?“ sagt der Tabakhändler zu der grauen Flüchtlingsfrau, die ihn gefragt hat, ob sie nicht für ihren alten Vater ein paar Zigaretten bekommen könne.

Im Bremer Ratskeller wurde die „Einschreibung einer Tabakverladung von 2000 Tonnen für die Rauchtabakindustrie“ mit einem Festakt begangen. Diese Einschreibung sei ein weiterer Schritt zur freien Wirtschaft, sagte der Senator, der die Festrede hielt. Wenn auch noch nicht alle Wünsche erfüllt seien ... obwohl die Tabakwarenversorgung der Bevölkerung noch nicht wieder ihre alte Höhe erreicht habe ... der Tabakmarkt in Deutschland habe seine schlimmste Krise überwunden

Vor den leeren Kästen des Tabakhändlers steht ein Kreis schweigsamer Männer. „Mit der Steuersenkung hat das nichts zu tun“, erläutert der Tabakhändler nicht unfreundlich, „aber auch gar nichts, kann ich Ihnen sagen. Das ist nur eine Frage der Deckblätter. Die deutsche Industrie hat eben keine, Deckblätter...“

„Entschuldigen Sie“, sagt einer der Kunden, „aber vor der Steuersenkung – da gab doch Zigarren, gewissermaßen: in Hülle und Fülle?“