Schwerer Steuerdruck bringt jegliche privat Hilfe zum Erliegen. Dabei ist, in der Sozialarbeit, die Hilfe Privater unentbehrlich, da der Staat wie stets, so auch auf dem Gebiet Nächstenhilfe bürokratisch werden muß, die Gefahren einer Bürokratisierung in der sozialen Arbeit aber besonders schwerwiegend sind. Es wurden deshalb mit privater Hilfe Vereine und andere Einrichtungen gebildet, die – außerhalb der Verwaltung, doch mit ihrem Beistand – bestimmte Aufgaben zu lösen hatten. Das Verfahren hat sich bewährt und sollte weitgehend ausgebaut werden, sofern es gelingt, diese Gebilde „einfach“ zu halten und nicht etwa zu neuen Verwaltungseinheiten werden zu lassen.

Solche Überlegungen dürften ausschlaggebend gewesen sein, als mit der jüngsten (sogenannten) Neuordnung des Steuerwesens Aufwendungen für gemeinnützige oder mildtätige Zwecke, die steuerbegünstigt sind, als Sonderausgaben abzugsfähig gemacht wurden (Eink. StG. § 10 (1) Z. 2e). Leider wurde die Abzugsfähigkeit begrenzt auf 600 DM für den Steuerpflichtigen und je 300 DM für die Familienangehörigen. Da auf diese Beträge auch noch Versicherungsbeiträge, Kapitalansammlungen, Ausgaben für kirchliche und wissenschaftliche Zwecke angerechnet werden müssen, bleibt für die soziale Arbeit nicht viel übrig. Immerhin läßt dieser Anfang hoffen, daß der Grundsatz nun nicht mehr aufgegeben, sondern Ausgangspunkt für eine Ausweitung der Vergünstigung wird, um auch größere Spenden flüssig zu machen.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirksamwerden solcher privaten Hilfe ist, daß die staatlichen Stellen die Leistungen, die derartige Einrichtungen ihnen abnehmen, ausreichend entgelten. Für Krankenhäuser und Fürsorgeanstalten verfährt man seit langem entsprechend. Die Vielfalt der neuen Verwaltungsstellen läßt allerdings leicht Ungereimtheiten aufkommen – wie sich dies etwa konkret auf dem Gebiet der Ausbildung von Blindenhunden zeigt, wo man in Bayern sachgemäß verfährt, während in Hamburg die international bekannte Stiftung, die ihren Namen nach Jacob Uexküll trägt, vom Staat nicht die Aufwendungen für das, was sie für ihre Schutzbefohlenen leistet, vergütet erhält, so daß sie auf jetzt eben nicht ausreichend zu gebende private Hilfe angewiesen ist. sh.