"Arriba Espagna" – so hatte Hans R. laut gerufen, als er die Brücke passiert hatte. Er hatte es sogar mehrmals rufen müssen, ehe es ihm gelang, die Aufmerksamkeit der spanischen Grenzposten auf seine Person zu lenken. Wohl bot man ihm einen Willkommenstrunk. Doch änderte diese Freundlichkeit nichts daran, daß Hans auch in Spanien wegen unerlaubten Grenzübertritts hinter "schwedische Gardinen" kam. Eigenartig erschien Hans in dem spanischen Gefängnis die Vorliebe für die Gefängnistrompete. Der hundertprozentige Rheinländer erzählte dies mit allen musikalischen Effekten: "Wecken ... taterata. Kaffee-Empfang ... täterätä. Dritter Stock zum Spaziergang ... tüterütü. Immer die Trompete. Arbeitsbeginn ... Trompete. Zum Schlafen ... Trompete. Mitternacht ... Trompete." Das ganze spanische Land wurde Hans verleidet – durch die Trompete. Als er schließlich seine Gefängnisstrafe überstanden hatte, versuchte er, Arbeit in Madrid zu finden. Aber er machte einen großen Fehler. Er sagt überall, daß er Reichsdeutscher sei. Schade, hätte er Volksdeutscher gesagt, so wäre er wohl zu einem spanischen Fremdenpaß gekommen und die Welt hätte ihm offengestanden. Verpaßt! Aber so etwas muß man eben wissen. Als er sich endlich entschloß, den Bereich der spanischen Mititärmusik zu verlassen und zu einer seiner Tanten zu reisen, die in Schweden wohnte, wurde er auf dänischem Boden gefaßt. Der Spruch des deutschen Gerichts lautete: vierzehn Tage Haft mit Bewährungsfrist.

Vierzehn Tage Gefängnis, durch lange Haftzeit in Dänemark verbüßt, so lautete auch das Urteil, das Heinz und mich wieder zu freien deutschen Bürgern stempelte.