Schiller gehennecket. Leipziger Schulräte haben einstimmig beschlossen, die Hennecke-Bewegung auch in den Schufen einzuführen. In der Diskussion wurden besonders Schillers Gedichte vorgenommen und ihre Länge als zu zeitraubend für den Unterricht bezeichnet. Ein Vertreter der SED machte den Vorschlag, diese Gedichte zu kürzen.

Neros Weinseiher wurde Kaffeesieb? Das Lüneburger Museum vermißt einen bronzenen Weinseiner aus der Zeit Kaiser Neros. Das wertvolle Stück war vollständig erhalten und besaß sogar noch den alten bronzenen Goldton. Während des . Krieges wurde es mit anderen römischen Weingeschirr ausgelagert. Die Museumsleitung fürchtet, daß der fast zweitausend Jahre alter Weinseiher jetzt als Kaffeesieb benutzt wird und glaubt, da man Siebe wieder kaufen kann, mit einer Belohnung von 50 DM den augenblicklichen Besitzer des seit drei Jahren verschwundenen Museumsstücks zur Rückgabe veranlassen zu können.

Die nördlichste Buchdruckerei der Welt soll in der grönländischen Kolonie Dodthaab eingerichtet werden. Man will dort außer Zeitungen und Schulbüchern auch belletristische Bücher herstellen. Die Durchführung dieses Projektes wird längere Zeit dauern, da die grönländischen Schriftzeichen erst gezeichnet, im Ausland gegossen und dann nach dem abgelegenen Godthaab gebracht werden müssen.

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Eine neue Nanga-Parbat-Expedition im Sommer 1950 plant eine Gruppe von Norwegern. Der letzte vergebliche Versuch, den Nanga Parbat zu besteigen, wurde von einer deutschen Expedition unter der Leitungvon Paul Bauer 1939 unternommen; zwei seiner Mitarbeiter, Peter Aufschnaiter und Heinz Harrer, die bei Kriegsausbruch von den englischen Behörden interniert worden waren, gelangten nach einer abenteuerlichen Flucht über das Gebirge nach . Tibet. Sie bekleiden heute hohe Stellungen in der tibetanischen Regierung in Lhasa und sind beim technischen Aufbau des Landes beschäftigt.

Nur noch 64,4 v. H. Analphabeten. Wie der türkische Erziehungsminister der Nationalversammlung mitteilte, sind nach der letzten Volkszählung nicht mehr, wie noch 1935, 79,6 v. H. der Bevölkerung des Lesens und Schreibens unkundig, sondern nur noch 64,4 v. H.

Ausschau nach Mathematikern wird in Paris gehalten, wo am 1. Januar 1949 ein neues Mietgesetz in Kraft getreten ist, das die Wohnungspreise in ein richtiges Verhältnis zu den anderen Preisen setzen soll. Der Schuh, der den Pariser Mieter dabei drückt, ist der, daß er laut Gesetz selbst auszurechnen hat, wieviel er nun zahlen muß. Er sitzt vor einem langen Fragebogen und soll ausfüllen, wieviel Wasserhähne und Fenster, wie große Räume und wie viele elektrische Anschlüsse seine Wohnung hat. Danach muß er sich dann in eine Kategorie einstufen, den Mietpreis errechnen und weiß immer noch nicht, wie hoch seine Miete sich beläuft. Es soll Pariser geben, die es vorziehen, auf dem Lande Wohnung zu nehmen, weil ihnen dort kein diesbezüglicher Fragebogen vorgelegt wird.

Pfarrer werden Kumpel. In der sowjetischen Besatzungszone sind viele Pfarrer gezwungen, sechs Tage in der Woche in Kohlegruben zu arbeiten, um ihre Familien ernähren zu können. Sonntags halten sie dann in ihren Kirchen den Gottesdienst ab, während die sozialen Arbeiten in der Gemeinde von der Pfarrfrau ausgeführt werden.