Penicillenwird heute an zwölf verschiedenen Orten in Deutschland hergestellt. Aber nur in den Höchster Farbwerken und in Hamburg bei der Firma Lachmann & Co., geschieht diese Herstellung in Massenproduktion.

Das Präparat gewinnt matt aus der Säure des Schimmelpilzes. Diese Säure erhielt man bisher aus einzelnen kleinen Schimmelpilzanlagen, aber dies Verfahren brachte die Säure nur in dünner Konzentrierung und in viel zu kleinen Mengen. Im Jahre 1944 entwichelten die Amerikaner nach mühseligen und kostspieligen Versuchen das „Submersverfahren“ – das Tieftankwerfahren, in dem die Säure unter Lufteinwirkung in großen Behältern stark konzentriert und in großen Mengen gewonnen wird. Die Penicillin-Herstellung in Deutschland kannte dieses Verfahren bisher noch nicht; sie arbeitete noch nach den alten Methoden oder stellte das Mittel aus gebrauchtem Penicillin her (denn 40 v. H. des angewandten Präparates sind wieder verwendbar, da der Körper das Penicillin wie einen Fremdstoff behandelt und ausscheidet). – Nun haben die Höchster Farbwerke einen Lizenzvertrag mit der Firma Merck, New Jersey (USA), geschlossen und ihr modernes Verfahren zur Massenproduktion von Penicillin übernommen. In Hamburg aber haben Dr. Lachmann und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter ein eigenes neues „Tieftankverfahren“ entwickelt, so daß auch hier mit der Mengenherstellung des Heilmittels begonnen werden kann.