Die Führerrolle der Vereinigten Staaten beim friedlichen Wiederaufbau Europas und der Welt und die Notwendigkeit des Kampfes gegen die kommunistische Lehre waren die Hauptzüge der Rede, mit der Präsident Truman nach seiner Vereidigung seine neue Amtsperiode begann.

Ganze zwölf Zeilen widmete.-die Sowjetpresse dem Amtsantritt Präsident Trumans. Dabei würde lediglich erwähnt, daß sich der Sowjetbotschafter Panjuschkin unter den Gästen befunden habe. Der sowjetische Bericht schloß mit den Worten: „Truman hielt bei dieser Gelegenheit eine Rede“. Der Chefredakteur der Moskauer Prawda, Pospelow, bekräftigte in einer Ansprache die? Äußerung Stalins vom Mai letzten Jahres, daß das Nebeneinanderleben der Sowjetunion und der USA trotz ihrer unterschiedlichen Ideologien und Wirtschaftssysteme nicht nur möglich sondern eine unerläßliche Vorbedingung des Weltfriedens sei. Pospelow sprach im Moskauer Theater anläßlich des 25. Todestages Lenins. Unter den Zuhörern befanden sich auch Stalin und Molotow.

Dr. Taborsky, einer der engsten Mitarbeiter des verstorbenen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Benesch, der sich jetzt in den USA aufhält, sagte, daß ihm Benesch in einem seiner letzten Briefe geschrieben habe; „Es war mein größter Fehler, daß ich bis zuletzt nicht glauben wollte, daß sogar Stalin mich belogen hat und seine Zusicherungen berechnete politische Täuschungen waren.“

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Wir werden uns auch weiterhin um die Erhaltung des Friedens bemühen, aber wir dürfen die Gefahr eines neuen Krieges nicht übersehen“, erklärte Premierminister Attlee in einer Rundfunkansprache.

Lordkanzler Jowitt deutete im britischen Oberhaus die Möglichkeit an, daß sich Großbritannien an einem Pakt beteiligen könnte, der „völlig außerhalb der UNO-Satzungen“ steht. Dies würde möglicherweise zum Austritt der Sowjetunion aus der UNO führen. Der Lordkanzler setzte, sich für eine Politik regionaler Paktabschlüsse ein und stellte fest, wenn es zu einem Pakt außerhalb der UNO-Satzungen komme, werde sich die Aufspaltung der Welt in zwei – Lager noch schärfer bemerkbar machen. Es wäre bedauerlich, wenn es früher als unbedingt nötig, zu dieser Entwicklung käme.

In Kopenhagen traten erneut die Außenminister von Schweden, Norwegen und Dänemark zusammen. Sie konnten weder eine Einigung erzielen noch kam es zu dem erwarteten Bruch. Dänemark versuchte zwischen den verschiedenen Auffassungen Norwegens und Schwedens zu vermitteln. Während Schweden darauf bestand, ein skandinavisches Militärbündnis ohne jede Bindung an irgendein anderes System zu schließen, weigerte sich Norwegen, einem solchen Vorschlag zuzustimmen, solange es keine festen Garantien dafür hätte, daß auch dann die nordischen Staaten von den USA Waffen erhielten.