Selbst für eine Studio-Aufführung, die doch dazu da ist, begabte und durchaus noch nicht gute Stücke aufzuführen, langten die fünf Akte „Die goldenen Enten“ von Heinrich Carwin nicht (im Studio des Deutschen Schauspielhauses Hamburg – „Theater Haus der Jugend“). Denn wenn das Können da ist, will man es doch wenigstens schon in einzelnen Dialogen oder auch hinter ihnen spüren. Hier aber werden lediglich einundeinviertel Stunde dauernde gewollt und ungewollt banale Reden in pathetischem oder schreiendem Ton gehalten, in denen der Autor gerade an den plattesten Stellen „Tiefe“ auszusagen glaubt. Man quälte sich als Zuschauer fünf Bilder hindurch mit Menschentypen, die von vornherein als reiche Bösewichte, schwachköpfige Grafen, bedrängte Mägde oder jähzornige Knechte festgelegt waren und denen daher keine Spur von echter Tragik anhaftete. Das Fazit: die Welt ist nicht zu typisieren, ein bißchen komplizierter geht’s im Leben schon zu, und die Bühne schließlich ist nicht der Ort, sich Ressentiments und Komplexe von der Seele zu schreien, –, Die Regie von Gert Omar Leutner verstärkte den theatralischen Unsinn noch, anstatt ihn zu dämpfen. Einzelne Schauspieler (vor allem Joseph Offenbach als Spitzbube Isidro) kämpften mit dem Mut der Verzweiflung gegen Autor und Regisseur. Aber die Sache war hoffnungslos. P. Hühnerfeld