Wir haben hier einmal geschrieben, der Westen müsse eine Politik machen, die „genügend gut“ ist, wenn er hoffen wolle, dem Ansturm des Ostens und seiner „genügend bösen“ Politik zu widerstehen. Die außenpolitische Rede, die Präsident Truman gelegentlich seiner Vereidigung gehalten hat, tut dieser Forderung Genüge. Die vier Programmpunkte, die der Präsident verkündete, daß er nämlich das ganze Gewicht seines politischen Einflusses aufbieten werde, um das Europahilfsprogramm durchzuführen, daß es ferner gelte, um den Welthandel zu fördern, alle hindernden Schranken zu beseitigen, daß weiter alle freiheitsliebenden Nationen wirtschaftlich und militärisch durch die USA. gestärkt werden müßten, um in der Lage zu sein, Angriffen gegen ihre Freiheit zu widerstehen, und daß endlich viertens es nötig sei, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die fortschrittlichen industriellen Methoden, über die Amerika verfüge, armen und wirtschaftlich schwachen Völkern zur Verfügung zu stellen diese vier Programmpunkte haben in der ganzen Welt diesseits des Eisernen Vorhangs bei allen, mit Ausnahme, der Kommunisten, einmütigen Beifall hervorgerufen. Nun könnte man sagen, es Sei kein Wunder; wenn in London, Rom, Paris, in Brüssel und Den Haag, in Athen und Ankara, in den nordischen Staaten wie auch in Westdeutschland die Zustimmung groß sei, man habe dort Wohltaten empfangen, es ständen weitere in Aussicht, natürlich werde man den Geber loben. Da ist es denn gut, zu hören, was diejenigen sagen, die bisher nichts empfangen haben und für die auch aus einem noch so erweiterten Programm nichts zu erwarten ist. Daher zitieren wir die Stimme des Führers der Opposition in Australien, Robert Menzies. Jedes demokratische Land, erklärte er, müsse helfen, die Pläne Präsident Trumans zu verwirklichen, einen New Deal für die ganze Welt zu schaffen. „Es muß zu einer vollendeten Wechselseitigkeit des Planens und Helfern zwischen den demokratischen Ländern und den Vereinigten Staaten kommen. Wir können diese Aufgabe nicht einem Mitglied allein, überlassen, wir müssen alle mit ganzer Kraft helfen, an ihr mitzuarbeiten. Inzwischen können die USA. unseres von Herzen kommenden Dankes gewiß sein“

Eine so enthusiastische Zustimmung von unbeteiligter Stelle erhält nur eine Politik, die ihrem Grundsatz nach „genügend gut“ ist. Der Kreml hat bisher zu der Truman-Rede geschwiegen. Dies ist nur zu verständlich. Die Americkaner sind von ihrem Präsidenten dazu aufgerufen worden, in der Welt die Freiheit zu verteidigen. Welches Ideal könnte der Kreml dem entgegenstellen? Tgl.