Es gibt – Gott sei Dank – immer noch Menschen, die aus Herzensbedürfnis anderen helfen. Das zeigt das Beispiel der schwedischen Gräfin Lili Hamilton, die als Gründerin des „Hjälpkommuisten for Tysklands Barn“ – „Hilfsausschuß für Deutschlands Kinder“ seit 1945 ununterbrochen die Not des deutschen Nachkriegslebens lindert. Sie ließ sich in den ersten Monaten nach dem Kriege auch durch die Anklage der Kollektivschuld für alle Deutschen und durch Verdächtigungen, die sie selbst ihrer schnellen Hilfe wegen, als „nazifreundlich“ anprangerten, nicht von ihrer einmal gestellten Aufgabe abbringen. Bisher hat das Hilfskomitee durch die unermüdliche Arbeit seiner Leiterin mehr als 895 000 kg Lebensmittel, 132 500 kg Kleidungsstücke und 25 600 kg Schuhe – zusammen im Wert von über 8 Millionen Kronen – nach Deutschland geschickt. Etwa 80 v. H. dieser Spenden gingen an das Evangelische Hilfswerk in Deutschland, der Rest an Kinderheime oder andere deutsche Wohlfahrtsorganisationen. Alle Gaben gelangten in mustergültigem Zustand nach Deutschland, die Kleidungsstücke waren, soweit sie schon getragen worden waren, sauber ausgebessert und geflickt.

Das tatkräftige Christentum der Gräfin Hamilton, das die notleidenden Nächsten nicht nur in Worten und Resolutionen bedauert, hat gerade in Schweden noch viele andere Beispiele: die deutsche St.-Gertruds-Gemeinde in Stockholm und die schwedisch-deutsche Vereinigung schicken beide seit 1945 gleichfalls ununterbrochen materielle Hilfe nach Deutschland. Aber nicht nur auf Deutschland erstreckt sich das schwedische Bemühen. Der schwedische Staat hatte allein bis zum Herbst 1947 500 Millionen Kronen für internationale Hilfsarbeit ausgegeben, die zum größten Teil Dänemark, Finnland und Polen zugute kam. Auch von diesen Beträgen aber sind über das offizielle „Schwedische Komitee für Internationale Hilfsarbeit“ in Gemeinschaft mit dem Schwedischen Roten Kreuz viele Millionen Kronen, hauptsächlich als Kinderspeisungen und Medikamentsendungen, nach Deutschland gegangen. H.