Der Untergang des deutschen Beton-Frachtschiffes „Hoffnung“, das an der jütländischen Küste mit 250 t Roggen auf Grund geriet, hat im Zusammenhang mit einer Verhandlung des Seeamtes Hamburg die Aufmerksamkeit deutscher und alliierter Kreise wieder einmal auf die bescheidenen Reste der deutschen Schiffahrt gelenkt. Das Hamburger Seeamt mußte sich mit dem Untergang des 922 BRT großen Dampfers „Charlotte Schröder“ der Hamburger Reederei August Bolten befassen. Beladen mit Schnittholz, befand sich das Schiff auf der Fahrt nach Antwerpen, als es in der Ostsee von der Besatzung verlassen werden mußte. Der Untergang des im Jahre 1901 erbauten Dampfers ist, wie das Seeamt bestätigte, auf das „biblische Alter“ des deutschen Schiffes zurückzuführen. Die uns verbliebene Tonnage ist heute zu 90 v. H. rund 28 Jahre alt. Das älteste deutsche Schiff lief aber vor 75 Jahren vom Stapel. Sein Name ist „Pionier“.

Hoffentlich bedeutet dieser Name für das Schiff nicht die Verpflichtung, als „Pionier-Leistung“ für den erstrebten Wiederaufbau der deutschen Handelstonnage noch den 80. Geburtstag auf Fahrt feiern zu müssen. Eine ganz kleine und bescheidene Hoffnung, daß die mehr als engen Beschränkungen für die deutsche Handelsschiffahrt bald etwas gelockert werden, könnte man fast aus der Erteilung der Fahrterlaubnis für die deutschen Dampfer „Hörnum“ und „Pinguin“ nach Palermo ersehen, die von dort Citrusfrüchte nach Hamburg bringen sollen. Bisher war uns. das Mittelmeer verschlossen. Jetzt hat die „Neptun-Dampfschiffahrtsgesellschaft den Versuch gemacht, auch die Spanien-Fruchtfahrt genehmigt zu erhalten. we.