Die Tänzerin Ilse Meudtner hat eine Vorliebe für die spanischen Tänze: diese Tänze, die aus der Buntheit spanischer Landschaft und südlichen Temperaments entstehen, sind eine nach vielen Seiten schillernde Mischung von erdgebundenem Rhythmus, schwermütiger Liebe und heiterer, fast koboldhafter Satire und Burleske. Und in all ihre Formen, Schritte und Bewegungen strahlt die spanische Sonne und gibt ihnen eine Intensität und Leichtigkeit zugleich, die uns im Norden so zauberhaft berührt. Ilse Meudtner hat ein Jahr in Madrid studiert und ist daher berufene Interpretin südlicher Tanzkunst. Ein wenig verliebt fast in das Komische trug sie Lausbubengesicht und -Schritte, die sie immer neu zu variieren weiß, auch in den leidenschaftlichen „Bolero de la Cachucha“ (der einst Fanny Elßler berühmt machte). Die heiteren Tänze „Hymne an den Wein“, „Das Mauerblümchen aus Avila“ (beide von Albeniz) und „Das Mädchen von Aragon“ (von Zanelli) gelangen ihr am besten. Im Mundsburg-Theater, Hamburg, hatten sich Liebhaber der Tanzkunst eingefunden, die Ilse Meudtner, am Klavier begleitet von Carmen Rosa, nicht enttäuschte. P. Hühnerfeld