Deutschlands Thermometer-Fabrikation war seit jeher in Thüringen beheimatet und ist nun – nach Sperre der Zonengrenzen – für die westlichen Teile Deutschlands nicht mehr zuständig. Mit sehr viel Mühe mußte in den Westgebieten eine neue Thermometer-Fabrikation aufgebaut werden. Einer dieser Betriebe ist in Hamburg ansässig geworden und hat sich auf die Herstellung von „Pilz“-Thermometern spezialisiert, wobei bemerkt werden muß, daß es die Form ist, die diesen Thermometern den Namen gegeben hat ...

Dies Spezialthermometer mit dem langen Schaft wird vielfach in der Industrie und in Laboratorien verwandt, nämlich überall da, wo es darauf ankommt, Temperaturen „in der Tiefe“, im Inneren eines abgeschlossenen Körpers, zu messen. So kann damit z. B. der Temperatur-• verlauf in Kartoffelmieten kontrolliert werden: der Schaft wird in die Miete eingeführt, während die Meßuhr am Kopf dieses „Pilz“-Thermometers die Temperatur anzeigt. Da diese Erzeugnisse aus Metall hergestellt werden, sind sie, im Gegensatz zu den bekannten Glasthermometern, unzerbrechlich, Ihr Meßbereich umfaßt alle Temperaturen von – 40 bis + 350 ° C. Die Produktion des Hamburger Unternehmens, das für alle Fabrikationszweige von Bedeutung ist, hat die Industrie der Westzonen zu einem großen Teil von dem erheblichen Thermometer-Engpaß befreit. we.