Als "Gedenkblätter zum 150jährigen Bestehen des Hauses J. G. Mouson" bezeichnet der Untertitel anspruchslos den Inhalt der Festschrift dieser weltbekannten Firma mit dem Zeichen der Postkutsche, über deren Jubiläum seinerzeit hier bereits berichtet wurde. Diese "Gedenkblätter" präsentieren sich äußerlich freilich als ein wahrer Prachtband in Leinen, nach heutigen Maßstäben in drucktechnischer wie ästhetischer Hinsicht jedem Anspruch genügend. Der Haupttitel der Festschrift ("Diener der Schönheit") verpflichtet ja auch von vornherein zu einer denkbar geschmackvollen Formgebung.

Hund 200 Seiten, bunt und zum Teil kunstvoll bebildert, reichen gerade aus, eine lyrischpoetisch umrahmte Geschichte der Schönheitspflege, der Goethestadt Frankfurt sowie des Hauses Mouson im besonderen ansprechend zu skizzieren.

Erwähnenswert scheinen vor allem die "statt eines Nachwortes" abschließenden und überaus zeitgemäßen "Gedanken zur Wirtschaftspolitik", natürlich innerhalb des Rahmens der kosmetischen Industrie sowie der ganz speziellen Struktur des Hauses Mouson gehalten: Gedanken, die in erster Linie Kritik üben an der gegenwärtigen Steuerpolitik, die das anonyme Kapital zu sehr begünstige und damit den Privatunternehmer mitsamt seiner Initiative auszuschalten drohe. Sie mache es gerade bei guten Gewinnabschlüssen nahezu unmöglich, im Rahmen der Personalgesellschaft Kapital zu bilden, Reserven anzusammeln und Investitionen in einem Maße vorzunehmen, wie sie der Umfang der Kriegsschäden und -folgen erfordere. Die 150jährige Entwicklung des Hauses Mouson aber beweise, daß es auch derartige zeitbedingte Schwierigkeiten noch immer zu meistern gewußt habe. Denn das Haus Mouson glaube an seine bescheidene Aufgabe im großen Rahmen der deutschen und europäischen Gesamtwirtschaft. oka.