Die Folgen des Krieges haben in Deutschland einen erheblichen Holzbedarf zur Verwendung im Wohnungsbau, im Geschäftshausbau und Zur Herstellung von Möbeln ergeben. In Verbindung mit dem jahrelangen Raubbau am deutschen Wald und der Aussichtslosigkeit, in absehbarer Zeit billiges Holz aus dem Auslande einführen zu können, ist daher die Bedeutung aller Maßnahmen zur Beseitigung der bekannten Nachteile des Holzes angestiegen.

Kurz nach dem ersten Weltkrieg begann die chemische Industrie mit Versuchen, eine Verminderung der Holznachteile und damit eine Erholung der Haltbarkeit des Holzes zu erreichen. Es gelang ihr die Entwicklung brauchbarer Holzschutzmittel, die nach den Erfahrungen der leisten Jahre noch verbessert werden konnten. Vide amtliche Stellen, besonders die deutsche Forstwirtschaft, – haben diesen Holzschutz-Gedanken gefördert. Verdient machte sich in erster Linie die Zentralstelle der deutschen Forstwirtschaft in Hamburg-Bahrenfeld. Hier besteht ein Prüfungsausschuß für Holzschutzmittel, der ein besonderes Zulassungsverfahren mit sehr viel Erfolg einführen konnte.

In den vergangenen Jahren konnte die diemische Industrie der USA in der Produktion hervoiragender Holzschutzmittel die Führung übernehmen, die vor dem Kriege bei der deutschen chemischen Industrie lag. In den deutschen Laboratorien wird aber seit langem intensiv an der Entwicklung der Holzschutzmittel gearbeitet, und es gibt bereits deutsche Präparate, die nicht nur verschiedene Schutzeigenschaften enthalten, sondern auch nachträglich eine weitere Farb-Lack- oder Politur-Behandlung des Holzes gestatten. Einen erheblichen Anteil an diesen Erfolgen hat nicht zuletzt die seit einigen Monaten erfolgte verbesserte Versorgung der Industrie mit den notwendigen Rohstoffen zur Herstellung einwandfreier Holzschutzmittel, für die sich die in Neckargerach (Nordbaden) bestehende "Vereinigung Holzschutz" unermüdlich eingesetzt hat. ww.