Eine besondere Sorge unserer Hausfrauen ist die Erhaltung der durch die längen Jahre der Nichterneuerung überbeanspruchten und stark gelichteten Wäschebestände. Wenn auch das anlaufende Jedermann-Programm jetzt eher Ergänzungs-Anschaffungen ermöglicht, so es nach wie vor das Bestreben der Waschmittelhersteller, durch ständige Entwicklung der wissenschaftlichen Verfahren eine längere Lebensdauer der Wäsche zu gewährleisten.

Deutschlands größte Waschmittelfabrik, die Henkel-Werke in Düsseldorf, haben nunmehr langjährige Versuche mit neuartigen Prüfmethoden zum Abschluß gebracht, die den vorzeitigen Verschleiß der Wäsche verhindern. Es handelt sich hierbei um einen Falzprüfer, ein Prüfgerät, zwischen dessen Klemmen eine bestimmte Anzahl von Gewebefäden unter Zug solange geknickt werden, bis sie brechen. Man bezeichnet die Zahl der ausgehaltenen Knickungen als "Falzzahl"; je höher sie ist, um so besser und schonender ist also das angewandte Waschverfahren.

Die Verkrustung der Wäschefaser ist eine Folge der Niederschläge, die (beim Waschen in hartem Wasser) entstehen, weil sich die "Härte" bildner" mit den Alkalien der Waschmittel (z. B. Soda) zu unlöslichen Ablagerungen in Form scharfkantiger Kristalle verbinden. Während des Gebrauchs der Wäsche reiben sich diese winzigen Kreidekristalle aneinander, wodurch die frühzeitige Abnutzung, also ein schneller Verschleiß, hervorgerufen wird. 60 000 Waschversuche, 32 000 Falz- und Festigkeitsprüfungen, rund 2000 Bestimmungen der Kalkrückstände auf Geweben waren notwendig, um die Erfahrungen zu gewinnen, wie durch Zusatz hochaktiver Wirkstoffe zu den Einweich-, Wasch- und Spülmitteln die Lebensdauer der Wäsche wesentlich erhöht werden kann, also die Nachteile des harten; Wassers weitgehend auszuschalten sind.

Das Ergebnis eines bestimmten Falles aus den Reihenuntersuchungen beleuchtet die erzielten Vorteile. Während in fünfzigmal nach alter Methode gewaschenen Tischtüchern 36 Gramm Kreide enthalten waren, ergab sich durch das verbesserte Einweichmittel nur ein Gehalt von drei Gramm. Mit den bisherigen Spülmitteln behandelte Wäsche läßt sich nur einhundertsechzigmal im Falzprüfer knicken. Beim neuen Spülmittel erhöhte sich die Falzzahl auf siebenhundertundfünfzig. Ein weiterer Vorteil ist der, daß die Wäsche weich und "griffig" bleibt und an Saugkraft gewinnt. Die neuen Zusätze, eingeführt unter der Bezeichnung "Henkel-Faserschutz", werden durch weitere Umstellung des Fabrikationsprogramms um ein neues Spezialwaschmittel, das auf Fettalkoholsulfonat-Basis hergestellt wird, für Pflege und Erhaltung von empfindlichen Wäschestücken aus Wolle, Seide usw. ergänzt. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Forschungsarbeit für die Sachwerterhaltung gerade in dieser Zeit des Mangels ist kaum zu überschätzen. J. J.