Wenn in diesen Wochen der Postscheckverkehr in Deutschland auf ein vierzigjähriges Bestehen zurückblicken konnte, sollte man sich daran erinnern, daß der verdienstvolle Generalpostmeister von Stephan schon 1870 um die Einführung eines Postüberweisungsverkehrs sich bemühte. Aber selbst noch im Jahre 1899, als die Reichsregierung eine Vorlage zur Einführung des Postscheckverkehrs einbrachte, fand der neue Gedanke nicht die notwendige Mehrheit des Reichstages. Man befürchtete damals eine zu starke Konkurrenz für Sparkassen und Banken.

Erst 1907 konnte der Reichstag davon überzeugt werden, daß Konkurrenzbedenken unberechtigt waren. Und so nahm schließlich mit Wirkung vom 1. Januar 1909 der Postscheckdienst in zunächst 13 Postscheckämtern seine Tätigkeit auf. In den rückliegenden 40 Jahren haben die Postscheckämter, von denen heute zehn in der Doppelzone und drei in der französischen Zone bestehen, in des Wortes bester Bedeutung zur "Bank des kleinen Mannes" sich entwickelt. Die Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit, mit der selbst geringfügigste Zahlungen durch die Postscheckämter bargeldlos abgewickelt werden, haben sehr bald einen günstigen Anstieg des bargeldlosen Zahlungsverkehrs veranlaßt. Wurden 1909 nur 36 v. H. des Gesamtumsatzes bargeldlos abgewickelt, so belief sich dieser Satz im Jahre 1938 schon auf 85 v. H. Heute ist er auf 89 v. H. angestiegen. 1909 hatten die zehn Ämter der heutigen Doppelzone kaum 25 000 Postscheckteilnehmer. Ende 1948 waren es schon eine Million. Das größte Postscheckamt Westdeutschlands ist in Hamburg. Hier ist die Teilnehmerzahl von 3000 im Jahre 1909 auf 150 000 im Jahre 1948 angewachsen.

Auf den Postscheckkonten der Doppelzone befand sich am 31. Dezember des vergangenen Jahres ein Guthaben von 832,6 Mill. DM Aus diesem Guthaben konnten zur gewinnbringenden Anlage der Gelder bereits erhebliche Kredite für wichtige Aufgaben ausgeliehen werden, u. a an die Reichsbahn und an die Hochseefischerei. Auch die Kreditanstalt für den Wiederaufbau soll ihre Mittel aus Postscheckguthaben erhalten. Man spricht von zunächst 50 Mill. DM. So tragen große und kleine bargeldlose Überweisungen – vorgenommen von Industriebetrieben, Handwerkern, kleinen Gewerbetreibenden und selbst Privatpersonen – dazu bei, der deutschen Wirtschaft wichtige Betriebsmittel zur Verfügung zu stellen. ww.