DIE WOCHE

Präsident Truman gab bekannt, daß General Eisenhower zeitweilig den Posten des Chefs des Generalstabs der USA-Streitkräfte übernehmen werde.

Die amerikanische Strategie gehe davon aus, verlautete aus dem USA-Verteidigungsministerium, daß Europa und der Nahe Osten verteidigt und als Sprungbrett für "Offensivmaßnahmen" gegen einen möglichen Angreifer benutzt werden müssen. Demgegenüber würde Japan im Falle eines neuen Weltkrieges nur die Rolle einer "Verteidigungsbastion" spielen. General Eisenhower sei der Auffassung, man könne keinen größeren strategischen Fehler begehen, als in gewissen Fällen starrköpfig alle Stellungen an sämtlichen Fronten halten zu wollen.

Die Außenminister Norwegens und der USA gaben bekannt, daß sie nach sorgfältiger Prüfung der Sicherheitsprobleme Norwegens keine Entscheidung über die Teilnahme Norwegens am Atlantikpakt erreicht hatten. In einer Erklärung des amerikanischen Außenministeriums hieß es, daß Amerika keine Waffen an Länder, die nicht am Atlantiknakt beteiligt seien, liefern werde.

Der türkische Außenminister, Sadak, der inLondon mit Außenminister Bevin Besprechungen führte, betonte vor Pressevertretern das Interesse der Türkei am Atlantikpakt, deutete aber an, daß die Türkei an die m Pakt nicht beteiligt sein werde. Die türkisch Sicherheitssphäre läge in einem anderen Raum mit eigener Bedeutung. Das Problem bestehe darin die Sicherheitssvseme im atlantischen und im Mittelmeerraum lückenlos zu verbinden.

Die renublika üsche Partei sei trotz ihrer jüngsten Wahlniederlage zur Fortsetzung der Zweinarteien-Anßenpolitik bereit, erklärte der renublikanische Senator Vandenberg. Allerdings stelle sie die Bedingung. dir Regierung eine "feste und vernünftige" Politik führe und bei ihren Versprechungen an ander Länder nicht außer acht lasse, daß du amerikanischen Hilfsmittel begrenzt seien

Eine sowjetische Entschließung, in der ein Verbot der Atomwaffen und ein zeitlich festgelegtes Programm für die Abrüstung Großen Fünf" gefordert wird, wurde vom abgelehnt. Der sowjetische Delegierte Malik behauptete. die USA hätten ein "irrsinniges Wettrüsten" begonnen und durch ihre Blockpolitik mehrere kleinere Mächte auf diesen Weg mitgerissen.

DIE WOCHE

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General de Gaulle wies auf dem Kongreß seiner Sammlungsbewegeung die französische Regierung warnend darauf bin daß in der nächsten Zukunft Neuwahlen abgehalten werden müßten. Sonstbliebe uns nur das eine übrig, die Gewaltherrscher hinauszuwerfen.

Der Führer der extremistischen Moslem-Bruderschaft. aus deren Reihen der Mörder des letzten ägyptischen Ministernräsidentenstammt. stammt, Scheik el Banna, wurde in Kairo ermordet. Dem Täter gelang es; zu entfliehen.

gelang Pius XII. verurteilte vor dem außerordentlichengeheimen Konsistorium der Kardinäle den Prozeß gegen den ungarischen Fürstprimas Kardinal Mindszentv. "Jedermann weiß", sagte der Papst, "daß hinter den Zielen der katholischen Kirche keine irdischen Motive stehen, daß sie jede Regierungsform anerkennt die nicht gegen die göttlichen und menschlichen Rechte verstößt. Verletzt eine Regierung aber diese Gesetze, dann müssen sich die Bischöfe und auch die Gläubigen ihrer Pflicht bewußt sein und ungerechte bekämpfen."

Präsident Truman erklärte vor Pressevertretern, die amerikanische Regierung beabsichtige nicht, die diplomatischen Beziehungen zu Ungarn abzubrechen. Im Repräsentantenhaus war vorher beschlossen worden, den Mindszenty-Fall vor die UNO zu bringen.

Die ungarische Regierung forderte die USA auf, ihren Gesandten in Budapest, Chapin, "wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ungarns" abzuberufen.

Sicherheitstruppen der polnischen Polizei tötetenbei einem Zusammenstoß mit einer Untergrundbande in der Nähe von Warschau fünf Widerstandskämpfer und nahmen vier weitere gefangen.

DIE WOCHE

Als "einen außerordentlich gefährlichen Kurs" bezeichnete die Moskauer Trud die neue Politik des finnischen Moskauer das versucht die finnische Außenpolitik auf den Weg einer direkten oder indirekten Verständigung mit den "angloamerikanischen Expansionisten" zu führen.

400 Geistliche wurden in Polen während der letzten drei Monate verhaftet, berichtete der frühere polnische Ministerpräsident Mikolaisavk. Auch in Bulgarien wurden 15 Vertreter der evangelischen Kirche wegen angeblicher Spionage vor Gericht gestellt.

Die osteuropäischen Angriffe gegen Vertreter der christlichen Kirche haben, einem AP-Bericht zufolge, in amerikanischen Kreisen die Vermutungen verstärkt, daß Rußland auf dem Wege sei, die Staaten des sowjetischen Blocks in eine erweiterte Sowjetunion einzubeziehen.

Es sei eine unglückliche Aufgabe, verantwortlicher Politiker in Westdeutschland zu sein, schrieb Manchester Guardian. Die westdeutschen Politiker seien besorgt, daß der Westen sie als Bollwerk gegen den Osten benutzen könne. Ihr Beitritt zur Westeuropa-Union könnte als Anerkennung der Spaltung Deutschlands ausgelegt werden, für die sie einmal als Verräter verurteilt werden könnten. Deswegen könne man die deutschen Politiker nicht dafür tadeln, daß sie die lauernden Gefahren erkennen.

Auf ihrer turnusmäßigen Konferenz in Hamburg nahmen die westdeutschen Regierungschefs drei Entschließungen an, in denen sie 1. die durch das Ruhrstatut geschaffene Lage als eine Übergangsregelung betrachten, die in eine umfassende europäische Regelung umgewandelt werden müsse, 2. die im Westen geplanten Grenzveränderungen als im Widerspruch zum Selbstbestimmungsrecht der Völker bestehend bezeichnen, und 3. an das Gewissen der Welt annullieren dafür zu sorgen, daß die immer noch festgehaltenen Kriegsgefangenen aus Rußland zurückgesandt werden.

Rund 60 -Polizisten aus der Ostzone seien in den letzten Monaten nach dem Westen geflüchtet, berichtete der Berliner "Telegraf".

Zu stürmischen Szenen kam es auf der Tagung des Landesverbandes Brandenburg der Ost-ODU in Potsdam, Generalsekretär Dertinger wurde mit den Rufen empfangen: "Abtreten, zurücktreten, verschwinden." A. B.